Leipzig: Lumumba-Denkmal steht nach 14 Jahren wieder


Ein Beitrag zur antikolonialen Erinnerungskultur aus Leipzig: zum 50. Jahrestag der Ermordung des ersten kongolesischen Ministerpräsidenten Patrice Lumumba wurde dort ein Denkmal für den afrikanischen Freiheitskämpfer im Beisein der kongolesischen Botschafterin Clémentine Kamanga, feierlich eingeweiht.

Begleitend dazu veranstaltete dieRosa-Luxemburg-Stiftung/ RLS ein wissenschaftliches Kolloqium zum Thema “Macht, Politik und Ressourcen. Ein halbes Jahrhundert (un)abhängige Entwicklung in Afrika“.

Das Leipziger Lumumba Denkmal kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken: die Büste wurde bereits 1961 nach der Ermordung Lumumbas auf dem Gelände des ehemaligen Herder – Sprachinstituts errichtet. Dort lernten in den 60 Jahren viele afrikanische Studenten, Auszubildende und Kader afrikanischer Befreiungsbewegungen Deutsch. Leipzig war damals die zentrale Anlaufstelle der afrikanischen Community in der damaligen DDR.

1997 wurde das Denkmal durch Unbekannte verwüstet und die Büste gestohlen. Die Täter wurden nie ermittelt.

Die Neu-Aufstellung des Denkmals geht auf eine Initiative der linkspolitischen Deutsch-Afrikanischen Gesellschaft (DAFRIG) zurück und wurde erst durch Spenden der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Harald-Breuer-Stiftung, der Deutsch-Afrikanischen Gesellschaft und den Beiträgen vieler Einzelner ermöglicht; die Uni Leipzig unternahm jahrelang nichts, um das Mahnmal zu restaurieren.

Mit dem Denkmal möchten die Initiatoren nicht nur Patrice Lumumba ehren, sondern auch einen Beitrag zur Sichtbarkeit Schwarzer Menschen in Deutschland leisten und eine antikoloniale Erinnerungskultur fördern. [nkobi]

Bildquelle: Bundesarchiv Koblenz
http://commons.wikimedia.org/

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