Vorfall am Kölner Heumarkt – Zeugen gesucht 9.12.


Ein Bericht (Lesereinsendung) von einem Vorfall in Köln, im Sinne einer persönlichen subjektiven Meinungsäusserung für den noch dringend Zeugen gesucht werden:

Wann: Gestern, 9. Dezember 2009 um 10:30 Uhr
Wo: Straßenbahnhaltestelle “Heumarkt” in Köln-Zentrum (einen Steinwurf vom Kölner Dom entfernt)

Ich hab’s schon einigen Leuten erzählt aber ich habe gestern was erlebt, was mich dermaßen schockiert hat, dass ich es Dir auch erzählen möchte.

Ich sitze in der Straßenbahn in Richtung Universität, als ich plötzlich sehe, wie in der Straßenbahn hinter mir ein weißer “130-Kilo-Koloss” gegen einen Schwarzen Bruder in meinem Alter (Anfang 20) aufs Übelste Gewalt einsetzt und ihn brutalst festhält. Daneben steht eine weiße Frau neben ihm, die mithilft.

Der betroffene Schwarze Bruder versucht sich bestmöglich dagegen in Selbstverteidigung zu wehren. Wie sich herausstellt, handelt es sich hierbei um Kontrolleure der KVB (Kölner Verkehrsbetriebe), die dem Schwarzen Bruder des Fahrens ohne Ticket bezichtigen, was dieser jedoch von sich weist, da er ein Ticket in der Straßenbahn soeben kaufen wollte (da es in der Straßenbahn auch Automaten gibt).

Im Straßenbahnabteil herrscht große Unruhe: Ein Schwarzer Mann, ich und ein paar weiße Männer schreien die Kontrolleure an, dass sie den Schwarzen Bruder loslassen sollen und versuchen auch, ihn aus den Fängen dieses meiner Meinung nach hässlichen Kontrolleurs zu holen, was wir auch letztlich zum Glück schaffen.

Die Kontrolleure sind – das ist deutlich zu sehen- perplex, dass ein Schwarzer wie ich in aller Öffentlichkeit sie der rassistisch motivierten Gewalt bezichtigt hat und meinem Schwarzen Bruder beistehe.

Mittlerweile erscheinen Polizisten, die von den Kontrolleuren wohl gerufen worden sind, und außerhalb der Straßenbahn werden die Personalien des Schwarzen Bruders kontrolliert und ihm wird ein Bußgeld wegen vermeintlichen Fahrens ohne Ticket auferlegt. Für einen Moment am Anfang, als die Polizisten kamen, hat ich den Eindruck, als wollte einer von ihnen mich packen, doch er wurde an den anderen Schwarzen “verwiesen”.

Die anderen Zeugen und ich tauschen mit dem Schwarzen Bruder, der den Tränen nahe ist, Handynummern aus wegen einer möglichen Klage gegen die Kontrolleure wegen Körperverletzung!

Das, was ich erzählt habe, ist nicht in einem Dorf in Sachsen oder Mecklenburg-Vorpommern geschehen, sondern in einer “selbsternannten weltoffenen und toleranten” Stadt Köln!

Rassismus – DAS ist Deutschland! Angela Merkel “mahnt” Menschenrechte im Ausland an aber dabei werden hier in Deutschland tagtäglich Menschenrechte mit Füßen getreten. Wie erbärmlich!
[…]

Bedenke, Schwester: WIR hätten in der Situation des Schwarzen Bruders sein können!”Usually when people are sad, they don’t do anything. They just cry over their condition. But when they get ANGRY, they bring about a CHANGE!” (Malcolm X)

“It doesn’t mean that I advocate violence, but at the same time, I am not against using violence in self-defense. I don’t call it violence when it’s SELF-DEFENSE, I call it INTELLIGENCE.” (Malcolm X)

Ich rapp für meinen Bruder, denn ich könnte auch das Opfer sein.
Falscher Ort, falsche Zeit – da hilft dir auch nicht tapfer sein

Wieviel Blut muß fließen in innerdeutschen Krisen
Alter, schau die letzen Jahre haben das mir zu oft bewiesen
Dass die Menschen sich erheben, wenn die Leute nicht mehr leben
Doch dann ist es zu spät, ihr solltet öfters drüber reden
Also sag wie ist das möglich? Mal ist es doch tödlich / GERECHTIGKEIT,
denn nicht nur Adriano hat es nötig.” (Afrob in “Adriano – Letzte Warnung”)

NO JUSTICE NO PEACE

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