Berlin: Vorlesungsreihe "Wissensmacht – Machtwissen" . ab 21.10.


Ab 21.10.2009 lädt Commit Berlin e.V. jeden zweiten Mittwoch ein zur Veranstaltungsreihe  “Wissensmacht – Machtwissen: Eine Reihe kritischer Auseinandersetzungen mit Rassismus und kolonialen Kontinuitäten in Universität und Wissenschaften”:  „Im Rahmen der Kampagne verschiedener Berliner politischer Gruppen zur 125ten Jährung der Berliner Afrika-Konferenz von November 2009 bis Februar 2010 (www.berliner-afrika-konferenz.de) veranstaltet der Studierendenverein Commit Berlin e.V. eine Reihe, in der koloniale Kontinuitäten im Alltag und in Wissenschaftsbetrieben thematisiert werden sollen.“ Die Referentinnen sind u.a. Katharina Oguntoye, Grada Kilomba, Prof. Dr. Maureen Maisha Eggers, Susan Arndt, Aretha Schwarzbach-Apithy, Natasha A. Kelly und Yonas Endrias.

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Die Veranstaltungen sind Teil der politischen Bildungsarbeit von CommitBerlin und sollen zur Sensibilisierung der deutschen Öffentlichkeit beitragen Ausgangspunkt ist die Universität als ein Ort, der denAlltag von Studierenden und Lehrenden wesentlich prägt und an dem vorgeblichuniverselles Wissen undWahrheiten produziert werden, sich gesellschaftliche Ein-und Ausschlüsse spiegeln, Zugänge zu Realität und Wissen verhandelt werden.

Veranstaltungsreihe_commitBerlin_flyer_vorne_webWir wollen kritisch hinterfragen, was in den BerlinerWissenschaftsbetrieben passiert. Wer kann dort sprechen und worüber? WessenStimme wird gehört? Wessen Wissen wird als Wissen anerkannt? Welche Funktionhaben diese Ein- und Ausschlüsse für die Selbstkonstruktion der dominanten weißen Wissenschaften?

In Deutschland gibt es kaum Studiengänge, die sich explizit mit Post-Kolonialität befassen, zu viele (weiße)Menschen wissen und lernen nichts über die Berliner Afrika-Konferenz und derenbis heute währende Folgen. Die Auseinandersetzung mit deutscherKolonialgeschichte und bis heute sicht- und spürbaren kolonialen Denk- undVerhaltensmustern und Strukturen ist noch nicht in der selbsternannten Mitteder Gesellschaft angekommen. Kolonialrevisionismus und Alltagsrassismus gehenHand in Hand und legitimieren im Deutschland des 21. Jahrhunderts einenkolonialen Raum.

Die Veranstaltungsreihe soll zur Anerkennung eines post-kolonialen Diskurses in Deutschland beitragen und zu einer kritischenReflexion (vor allem von Studierenden) über gewaltvolle Strukturen in ihremeigenen Umfeld anregen. Ebenso versuchen wir, eine breitere Öffentlichkeit füralltägliche Rassismen zu sensibilisieren. Wir wollen eine Einführung in diverseThemenbereiche wie Alltagsrassismus, diskriminierende Strukturen in denWissenschaften oder Deutsch als rassistische Sprache bieten, Denkanstöße geben und zur weiteren Diskussionund Reflexion der behandelten Themen anregen.

Für diese Verhandlungen haben wir die Universität gewählt,denn es ist an der Zeit, dass sich weitere Diskurse und Perspektiven an diesemOrt Platz verschaffen und so zu einer weiterreichenden Transformationbeitragen.

Ort
ab 21.10.2009 jeden zweiten Mittwoch um 18.30 Uhr
im HU-Hauptgebäude (Unter den Linden 6), Raum 3038/3035
Programm
21.10. Natasha A. Kelly
Afroism. Zur Situation einerethnischen Minderheit in Deutschland

4.11. Katharina Oguntoye
Geschichte(n) Schwarzer Menschen inDeutschland

18.11. Dr. GradaKilomba
Who canspeak? University and the decolonization of knowledge

2.12.  Dr. Susan Arndt
Rassismus in der deutschen Sprache

16.12. Yonas Endrias
Rassismus in der Wissenschaft -wissenschaftlicher Rassismus

13.1. Aretha Schwarzbach-Apithy
Weiße kolonial-rassistischeLebensart  – innere Kolonisierung

27.1. Prof. Dr. Maureen Maisha Eggers
Dekolonisierung als methodisches undmethodologisches Projekt der Wissenschaftskritik

10.2. Podium: Interventionen
Strategien zur De-Kolonisierung derUniversität und Wissenschaften

Du möchtest mehr Infos und rechtzeitig zu jederVeranstaltung informiert werden?
Dann schreib an: veranstaltungen@commit-berlin.de
Oder geh auf: www.commit-berlin.de

Die Reihe wird gefördert durch:
EED (Evangelischer Entwicklungsdienst) und Netzwerk Selbsthilfe e.V (www.netzwerk-selbsthilfe.de)

Text
Einsendung von Anna Oelhaf bzw. Sibille Merz commit Berlin e.V.

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