Am Samstag, den 19.09. ab 15.30 Uhr findet in Heidelberg auf der Neckarwiese bei der Theodor-Heuss-Brücke eine Kundgebung gegen Polizeigewalt statt. Es ist geplant, von dort durch Heidelberg bis zum Uni Platz zu marschieren. Mit der Demo soll für mehr Toleranz und konkrete Fortschritte bei der Integration von AusländerInnen und gegen Gewalt, die AfrikanerInnen und anderen AusländerInnen – auch im Polizeigewahrsam – zugefügt wird, protestiert werden.

Die OrganisatorInnen bitten alle um Unterstützung und Solidarität, z.B. durch Weiterleitung der Info, Support Statements von Personen oder Organisationen, die diesen Demonstrationsaufruf offiziell unterstützen möchten (bis Donnerstag, 17.09.09). Wer selbst auf der Veranstaltung sprechen oder performen möchte, kann sich mit dem Verantalter (siehe unten) in Kontakt setzen.

Der Protestmarsch durch Heidelberg findet schon zum 2. Mal statt und wurde durch die Vorwürfe eines kamerunischen Dokoranden ausgelöst, der im Mai 2009 von Beamten der Bundespolizei bei einer Personenkontrolle möglicherweise misshandelt worden ist

Die Veranstalter der Demo, zwei afrikanische Vereine aus Heidelberg und Mannheim, betonen, das sich die Demo nicht gegen die Polizei richtet; vielmehr möchte man auf bestehende Missstände aufmerksam machen und politische Prozesse in Gang bringen, die in Zukunft derartige Eskalationen vermeiden helfen, z.B. durch Forderungen nach Abschaffung von Racial Profiling bei Polizeikontrollen.

Organisiert wird die Demo vom Verein Afrikanischer Studierender an der Uni Heidelberg e.V. (VASUH) und der Pan-afrikanische Organisation e.V., ein Zusammenschluss von Afrikagruppen im Rhein-Neckar-Raum.

Neben Vorträgen mit Hintergrundinformationen gibt es Live Musik und die Möglichkeit zum anschliessenden GetTogether.

Der Aufruf unten  und nochmal online in dt. / english hier

Mehr Infos zum Fall des kamerunischen Doktorand, dessen Anzeige gegen die Polizei im Mai 2009 die Proteste in Heidelberg ausgelöst hatte

MITMACHEN:

wir rufen zur Demonstration gegen Missstände auf und wollen einen politischen Prozess in Gang bringen, der diese Missstände bekämpft.

Wir protestieren gegen die Gewalt, die Afrikaner/innen und anderen Ausländer/innen zugefügt wird (in Polizeiobhut).

Wir treten ein für mehr Toleranz und konkrete Fortschritte bei der Integration von Ausländer/innen.

Wir fordern

  • Runder Tisch aus Polizei, Politik, Wissenschaft, Kultur & Ausländer/innen
  • Ombudsman/-frau als Beschwerde-, Ausgleichs- und Beratungsinstanz
  • Abschaffung von Personenkontrollen nach Hautfarbe (Racial Profiling)
  • Überarbeitung der Ausweispflicht für Ausländer/innen
  • Sprach- und interkulturelle Kurse für Polizei
  • Interkulturelle De – Eskalationstechnik für Polizei
  • Integration von Ausländer/innen bei der Polizei
  • Anwaltnotdienst und Dolmetschernotdienst für Opfer
  • Erhöhung der Mittel für Integrationsmaßnahmen

Hintergrund
In der Nacht vom 08.05. auf den 09.05.2009 wurde der kamerunische Doktorand A. M. auf dem Nachhauseweg am Heidelberger Hauptbahnhof von der Bundespolizei kontrolliert. Eine an sich harmlose Situation eskalierte derart, dass A.M. geschlagen wurde und mit einer Schädelfraktur im Krankenhaus landete. Der Versuch, eine Anzeige gegen die beteiligten Beamten zu erstatten, wurde, wie in ähnlichen Fällen üblich, mit einer Gegenanzeige der Beamten beantwortet, mit den Vorwürfen Widerstand gegen die Staatsgewalt, Beleidigung, Körperverletzung und sogar Urkundenfälschung.

Aufgrund einer spontanen Demonstration afrikanischer Studenten im Mai und der folgenden Intervention des Heidelberger Obermeisters Dr. Würzner nahm die Staatsanwaltschaft auch Ermittlungen gegen die Bundesbeamten auf. Verfahren gegen Polizeibeamte sind allerdings immer sehr schwierig, weil es selten andere Zeugen gibt, als die Polizeibeamten selbst. Wir vertrauen trotzdem darauf, dass die Justiz ihre Schlüsse so vorurteilsfrei wie möglich zieht.

Uns wird berichtet, dass der Fall des in Mannheim lebenden Kameruners leider kein Einzelfall ist und es bundesweit eine hohe Dunkelziffer gibt. Wir sind aber überzeugt, dass die meisten Polizisten nach bestem Wissen und Gewissen handeln. Daher ist es umso wichtiger, die Ursachen zu bekämpfen, damit aus Ausweiskontrollen nicht Schädelbrüche werden.

Hier ist die Politik gefordert, rasch für Toleranz und Integration zu sorgen und Polizeibeamte auch gegenüber Ausländer/innen in die Lage zu versetzen, Ihre Aufgaben korrekt ohne Eskalation zu erledigen! Das ist wichtig für den inneren Frieden in Deutschland!

Bitte leiten Sie diesen Demonstrationsaufruf an Ihren Verteiler weiter und teilen Sie uns mit, ob Sie als Organisation diesen Demonstrationsaufruf offiziell unterstützen (Bis Donnerstag, 17.09.09). Möchten Sie auf der Veranstaltung sprechen? Bitte melden Sie sich bei:

Kontakt und Verantwortlich für die Meldung:

Pan – Afrikanische Organisation e.V.
Ein Zusammenschluss von Afrikagruppen im Rhein-Neckar-Raum.

Michael AlliMadi

Internet: www.panafrika.de
Email: info@panafrika.de
Tel.: 0177 / 550 66 35
0176 /648 218 34
0152 /26452548

Verein Afrikanischer Studierender an der Uni Heidelberg e.V. – VASUH
Ian Innocent Ogutu
Internet: www.vasuh.org

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