Köln: Diskussion, Video, Vortrag zu Beschneidung in Kankan/Guinea. 22.8.


Im Juli 2008 organisierte der Berliner Verein Mama Afrika e.V. in Kankan / Guinea (Westafrika) eine Konferenz mit anschließender Diskussion zum Thema weibliche Genitalverstümmelung. Nach Ausstrahlung einer deutschen TV‐Produktion zur Problematik der Beschneidung von Mädchen und Frauen wurden mit den Bewohnern Kankans, mit Eltern, Ärzten, Krankenschwestern und Beschneiderinnen Themen besprochen wie ‐ Ursprung der weiblichen Genitalverstümmelung ‐ Beschneidungsmethoden ‐ physische und psychische Folgen sowie ‐ Lösungsansätze zur Überwindung der 5.000 Jahre alten Tradition.

Die Aufzeichnung der Konferenz mit den Beiträgen der Einwohner Kankans soll Grundlage eines Video‐Vortrags mit anschließender Diskussionsrunde sein. Auf dem Podium: Hadja Kitagbe Kaba, Gründungsmitglied und Geschäftsführender Vorstand von Mama Afrika e.V. In Kankan/Guinea geboren, wurde Hadja Kaba im Alter von sieben Jahren beschnitten. Sie kämpft seit 2001 für die Überwindung dieser Körper‐ und Menschenrechtsverletzung.

WO

Aula des Königin‐Luise‐Gymnasiums
Alte Wallgasse 10
50672 Köln

WANN
Samstag, 22. August 2009, ab 16.00 Uhr

PROGRAMM
16.00 Uhr Einlass
16.25 Uhr Begrüßung durch Régine Libam
16.30 Uhr Video‐Vortrag

17.30 Uhr Diskussionsrunde mit Hadja Kitagbe Kaba, Gründungsmitglied und
Geschäftsführender Vorstand von Mama Afrika e.V. In Kankan/Guinea geboren, wurde Hadja Kaba im Alter von sieben Jahren beschnitten. Sie kämpft seit 2001 für die Überwindung dieser Körper‐ und Menschenrechtsverletzung.

18:00 Büffet (gegen eine kleine Spende)
19:00 Ende

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.
Eintritt frei! Spenden sind jederzeit willkommen.
KONTAKT Hadja Kitagbe Kaba
Tel.: (+49) 30 415 08 415
Mobil: (+49) 176 77 38 98 07
E‐Mail: info@mama‐afrika.org

Mehr Infos

Mit einem Gesetzerlass von 1969 gehört Guinea zu einem der ersten Länder, in
denen die Beschneidung von Mädchen und Frauen verboten wurde. Dennoch
sind laut UNICEF‐Berichten noch immer mehr als 90 Prozent der
Einwohnerinnen Guineas beschnitten. Die gebildeten Frauen ‐ unter ihnen
Ärztinnen, Hebammen, Krankenschwestern und das weibliche Krankenhaus‐
Personal ‐ kennen das Gesetz, beschneiden aber weiterhin ihre eigenen Töchter
und die der anderen.

Durch Information, Aufklärung und den respektvollen Umgang mit einer uralten
Tradition versucht Mama Afrika mehr über die Beweggründe darüber zu
erfahren, warum eine Mutter ihren Töchtern die gleichen, bereits am eigenen
Leib erfahrenen, Schmerzen und Qualen zumutet.

Im Rahmen dieser Kampagne organisierte Mama Afrika e.V. im Sommer 2008
eine zweitägige Konferenz in Kankan/Guinea. Zunächst wurde durch die
Ausstrahlung mehrerer Filme über die physischen und psychischen Folgen der
weiblichen Genitalverstümmelung informiert. Danach wurden Hebammen, Ärzte
und Ärztinnen, Krankenschwestern, Beschneiderinnen sowie interessierte
Bewohner und Bewohnerinnen von Kankan gebeten, in einem Dialog offen ihre
Ansichten zu dem Tabu‐Thema Beschneidung zu äußern und ihre Erfahrungen
auszutauschen.

Gemeinsam mit den Betroffenen sucht Mama Afrika einen Weg, die uralte
Tradition der Beschneidung in Guinea zu überwinden und die kleinen Mädchen
vor dieser Körper‐ und Menschenrechtsverletzung zu bewahren.
Die Aufzeichnung der Konferenz mit den Beiträgen der Einwohner Kankans soll
Grundlage dieses Video‐Vortrags mit anschließender Diskussionsrunde sein.

Hadja Kitagbe Kaba

Hadja Kitagbe Kaba wurde 1955 in Kankan (Guinea/Westafrika) geboren, wo sie
bis 1975 lebte. Nach dem Abitur studierte sie zunächst an der Universität in
Conakry, danach Licence AES (Administration Economique et Sociale) in
Frankreich (Paris X Nanterre). Tätigkeit seitdem in verschiedenen Berufen,
hauptsächlich das Leben und die Kultur Afrikas betreffend. Seit 1985 lebt Hadja
Kaba mit ihren vier Kindern in Berlin.
Als Vorstand und Gründungsmitglied des im September 2000 gegründeten
Vereins Mama Afrika e.V. setzte sie sich zunächst für die Integration der
afrikanischen Kultur in Deutschland ein. Nach einer Veröffentlichung der
aktuellen Zahlen der von Beschneidung betroffenen Mädchen und Frauen in
Guinea (rund 90 Prozent), verlagerte sie jedoch den Schwerpunkt ihrer Arbeit.
Heute setzt sich die Mutter zweier Mädchen insbesondere für die Überwindung
der weiblichen Genitalverstümmelung in ihrer Heimat ein. Ihre eigenen
Erfahrungen – Hadja Kitagbe Kaba wurde im Alter von sieben Jahren beschnitten
– machen Sie dabei zur Expertin der Problematik und zur idealen Vermittlerin
zwischen den Kulturen.

via Claudia

Advertisements