TV-Tipp: Die Geschichte der Familie Pilima – Schwarze Haut – weißer Hass, 21.08. arte



Filmdoku des MDRs über die afrodeutsche Familie Pilima, die im Bundesland Sachsen (über)lebt.

Sendetermine Fr, 21.08.09, 14.00 Uhr und Sa, 22.08.09, 05.15 Uhr auf Phoenix.

Der Film begleitet Menschen, die hierzulande in einer scheinbar aufgeklärten Gesellschaft wegen ihrer Hautfarbe um nichts weniger als ihr Leben fürchten müssen – einige drastische Beispiele.

Als Familie Pilima sich ihren Traum vom eigenen Haus erfüllt, wird sie zur Zielscheibe fremdenfeindlicher Attacken. Ihr Haus in Liebstadt, einem Ort in der Sächsischen Schweiz, wird von Rechtsradikalen mit “Heil-Hitler-Rufen” und Parolen wie “Neger raus” regelrecht belagert.

Immer wieder skandieren Unbekannte fremdenfeindliche Parolen. Eines Nachts fliegt ein schwerer Hammer durch eine Fensterscheibe. Glücklicherweise wird niemand verletzt. 1980 kommt der Mosambikaner Paulino Pilima als so genannter Vertragsarbeiter in die DDR. Heute arbeitet der 45-Jährige als Energie-Elektroniker in Dresden. Gemeinsam mit seiner deutschen Frau hat er zwei Kinder. Um die Familie vor weiteren rassistischen Übergriffen zu schützen, formieren sich besorgte Einwohner zu einer Bürgerstreife, die Nachts vor Pilimas Haus patroulliert.

Seit die Familie in Liebstadt wohnt, ist kein Jahr vergangen ohne Zwischenfälle. Das wollen Pilimas nicht einfach hinnehmen, gehen an die Öffentlichkeit. Doch die Anfeindungen nehmen kein Ende, für viele sind die Pilimas jetzt auch noch Nestbeschmutzer. Pilimas geben auf, wollen nur noch weg und ihr Haus verkaufen.

Denni John ist 21 und lebt in Ludwigsfelde, einer Kleinstadt in Brandenburg. Seine Mutter ist Deutsche, der Vater Mosambikaner. Noch vor Dennis Geburt kehrt der leibliche Vater nach Mosambik zurück. Kontakt zu ihm hat Denni nicht. Seit zwei Jahren macht er eine Ausbildung im Gastronomiegewerbe. Für ihn ist es ein langer und schmerzhafter Prozess, erfahren zu müssen, dass er sich zwar als Deutscher fühlt, für die anderen aber ein Fremder bleibt. Auseinandersetzungen wegen seiner Hautfarbe begleiten ihn immer wieder.

Mal wird er als Neger beschimpft, mal mit Flaschen beworfen. Doch in der Rolle eines Opfers möchte er sich nicht sehen und wehrt sich. Mehrere Anzeigen und Verurteilung wegen Körperverletzung sind die Folge. Jetzt will sich der 21-Jährige aber auf seine Abschlussprüfung konzentrieren. Danach möchte er in die Schweiz gehen, um dort ein neues Leben zu beginnen.

Film von Gregor Bialas

Quelle: Arte

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