Alltag eines Rückführers


Es mag daran liegen, das das FAZ Lektorat bei Artikeln in der Rubrik “Jugend schreibt” nicht so genau hinschaut. Möglich ist auch, das der Jungredakteur Maximilian Oster von der Internatsschule Schloss Hansenberg in Geisenheim, schon seinen Spanischlehrer für einen Exoten hält und noch nie in seinem jungen Eliteleben einen Afrikaner, geschweige denn, einen afrikanischen Flüchtling, kennengelernt haben wird. Und das er selbst in der Phase der Berufswahl steckt, daher wirklich versuchen wollte, anderen einen authentischen Einblick in den verantwortungsvollen Beruf eines Bundespolizisten am Flughafen Frankfurt zu vermitteln. Das dieser sich eben mit der Rückführung “ausreisepflichtiger Ausländer” beschäftigen muss, will erwähnt werden.

Leider gerät das “Jugend schreibt” – Berufsporträt “Alltag eines Rückführers” zu einer zynischen Dokumentation des Erstickungstods eines afrikanischen Flüchtlings. Und das unter dem Titel “Eine Frage der Moral”,  am Weltflüchtlingstag zu lesen in der FAZ.

O- Ton, der Beamter:  „In der Regel ist eine Rückführung kein großer Akt”,  jedoch gebe es wie überall „vereinzelte Ausnahmen. Zwei Drittel sehen ihre Chancenlosigkeit spätestens dann ein, wenn sie von uns begleitet werden, jedoch verbleiben immer noch ein paar, die sich einer Rückführung mit aller Macht widersetzen wollen.“[1]

“Vor fünf Jahren sollten drei Kollegen Trümners einen Schwarzafrikaner während des Rückfluges begleiten. Dieser war hochaggressiv und flugunwillig, so dass er sich laut schreiend mit aller Kraft wehrte.

„Der Vorgang des körperlichen Wehrens und gleichzeitigen Schreiens ist eine Höchstanstrengung“, erklärt Trümner und sagt, dass seine damaligen Kollegen den Schwarzafrikaner mit aller Kraft in den Sitz drücken mussten.

Das Runterdrücken sorgte dafür, dass die Atmung des Afrikaners eingeschränkt wurde, weshalb er sich noch heftiger wehrte. Die stärkere Gegenwehr ließ die Kollegen Trümners den Afrikaner noch fester in den Sitz drücken, bis dieser plötzlich ohnmächtig in sich zusammensackte.”

„Trotz Ärzten an Bord hatte der Afrikaner keine Chance zu überleben, da die Höchstanstrengung das Phänomen eines sofortigen Herzstillstands hervorrief.

Beim heutigen Stand der Kenntnisse wären die Kollegen Trümners ins Gefängnis gekommen, jedoch war ihr Handeln „damals gängige Lehrmeinung, und sie kamen mit einer Geldstrafe und ohne Suspendierung davon“.

Ähnliche Fälle hätten sich auch schon in der Schweiz, Frankreich oder in Holland ereigne und seien nie vollends zu vermeiden, wenn ein Ausländer eine unbekannte Herzkrankheit oder Ähnliches in sich trägt und sich dann aufgrund von Gegenwehr überanstrengt.

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Die Motivation für diesen Beruf sieht Trümner demnach im „Spaß am Reisen“ und der gegebenen Abwechslung im Berufsleben durch das Kennenlernen von neuen Ländern.

Quelle:  Alltag eines Rückführers, Eine Frage der Moral, Von Maximilian Oster, Internatsschule Schloss Hansenberg, Geisenheim. Abruf 20.6.2009

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1. Disclaimer: Dieser Eintrag verwendet Zitate aus der FAZ im Sinne des Zitatrechts um eine persönliche Meinung zu verdeutlichen. Eine Nutzung und Verwendung des FAZ Artikels ist dadurch nicht gegeben. Der vollständige Artikel kann unter dem o.g. Link eingesehen werden.

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