Alberto Adriano – ermordet am 11.6.2000


11.6.2000 – Pfingsten hatte Alberto Adriano (39) bei einem Bekannten bis tief in die Nacht Fußball geschaut und gefeiert, war kurz eingeschlafen und beschloss dann aber besser doch, nach Hause zu gehen. Er hatte Frau und Kinder und es waren nur ein paar hundert Meter bis zu den Hochhäusern in denen er wohnt, quer durch den Dessauer Stadtpark. In dem Park traff er auf drei Männern, drei betrunkene weisse Männern aus der lokalen Nazi Szene, Frank M. (16), Christian R. (16) und Enrico H. (24). Sie pöbeln ihn an, misshandeln ihn schwer, zogen ihn aus, liessen ihn bewusstlos und schwerstverletzt liegen (-> Bericht).

Nach 3 Tagen im Koma, am 14.6.2000,  stirb Alberto Adriano im Krankenhaus an seinen Verletzungen.

Er hinterlässt eine Frau und drei Kinder im Alter von fünf Monaten bis acht Jahren. Seine Witwe Angelika sagte später, sie konnte ihn kaum wiedererkennen, so schwer entstellt hatten ihn seine Gesichtsverletzungen.

Die Täter: Enrico H., 24, bekommt lebenslänglich, ohne  Reue zu zeigen – 2008 steuert er vom Gefängnis aus ein Nazi Netzwerk. Frank M., 16, und Christian R., 16, bekommen beide 9 Jahre Jugendstrafe, sind heute wieder frei.

2000 war der Mozambikaner Alberto Adriano einer von den nur 50 Afrikanern, die in Dessau lebten, viele wie er seit Jahrzehnten.  Er war das erstes Todesopfer – das Schwarze Menschen angepöbelt, diskriminiert und angegriffen werden, gehörte vor seinem Tod und auch danach, weiter zum Alltag der Region.

Ein Beispiel: Am Morgen des 7. Januar 2005 nahm eine Polizeistreife am Dessauer Stadtpark einen 21-jähriger Flüchtling aus Sierra Leone fest. Gegen Mittag war er tot – verbrannt in der Polizeizelle 5 des Dessauer Polizeireviers in der Wolfgangstrasse. Oury Jalloh.

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