Meinungen: Ausstellung „stagings made in NAMIBIA. postkoloniale fotografie/post-colonial photography v. Gigi F.


Gigi F. berichtet in ihrem Blog gigismojo über dieAusstellung „stagings made in NAMIBIA. postkoloniale fotografie/post-colonial photography.“ im Kunsthaus Bethanien, Berlin: Ein Auszug: Leben wir Deutschen wirklich derart auf dem Mond, dass wir es nötig haben, Afrikaner beim Biertrinken zu beobachten, um davon überzeugt zu werden, dass Afrika nicht aus traurig dreinschauenden Menschen besteht, die mit ihren Mündern das Wort ‚Hunger‘ formen?Leute die so was machen, lassen auch Schimpansen mit Fingerfarbe Kunstwerke malen, um deren Intelligenz zu beweisen. Das Projekt (übrigens vom Hauptstadtkulturfond gefördert*) erzählt herzlich wenig über Namibia und seine Menschen, dafür aber einiges mehr über seine Macher und Geldgeber und deren immer noch existierenden und sich fortschreibenden kolonialen Herrschermodi.[…]

Hätte man ein Projekt auf Augenhöhe machen wollen, so hätte man es von Anfang als Kooperation initiieren müssen, hätte namibische Fotografen, Künstler, Wissenschafter oder auch Privatleute anfragen können, die das Thema Kolonialismus bearbeiten oder sich dafür interessieren. Die Anmaßung des ganzen Projektes liegt leider bereits in dem Denken, das sich der moderne Querschnitt der Namibianer mit seiner Kolonialgeschichte auseinandersetzt (ich habe gerade große Freude daran, mir vorzustellen, was dabei rausgekommen wäre, wenn ein namibischer Kurator das gleiche Vorhaben mit Deutschen hätte durchsetzen wollen).

Für das, was stagings made in Namibia ist, hätte man nur mal die hier lebenden Namibianer (ja, die gibt es) nach ihrer Fotobox fragen müssen und stattdessen das Geld für ein sinnvolleres, weniger pseudoelitäres Projekt ausgeben können. Vollständigen Artikel

(c) Gigi F.

*Kooperationspartner

Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, National Art Gallery of Namibia, AfricAvenir International e.V., Basler Afrika Bibliographien/Namibia Resource Centre & Southern Africa Library, Berlin Institute for Cultural Inquiry (ICI), Filmtheater Hackesche Höfe, Rautenstrauch Joest Museum Köln, Wild Cinema Festival Windhoek


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