ZDF „heute journal“-Moderatorin Dunja Hayali im Interview


ZDF „heute journal“-Moderatorin Dunja Hayali im Interview in der FR: “Bei mir war das auch eher Zufall. Ich habe über zwei Ecken von einem ZDF-Casting erfahren, und da bin ich dann hingegangen. Ich war immer an politischen Nachrichten interessiert. Meine Familie stammt aus dem Irak, Themen aus dem Nahen Osten fand ich schon als Kind spannend. Ich habe aber nie im Irak gelebt, immer in Deutschland. Deshalb kann ich auch mit innenpolitischen Themen etwas anfangen. Außerdem bin ich halt neugierig, will immer alles wissen und am liebsten als Erste, da ist man in einer Nachrichten-Redaktion gut aufgehob” […]

Sie haben beide Neuland betreten […] Frau Hayali als erste Frau mit Migrationshintergrund. Fühlten Sie sich ausgenutzt?

Hayali: Sicherlich hat mein Migrationshintergrund eine Rolle bei der Einstellung gespielt. Aber ich habe Claus Kleber bei unserem ersten Gespräch direkt gesagt, dass ich den Job nicht haben wolle, wenn ich nur aus sendertaktischen Gründen eingestellt werden solle. Er antwortete, dass diese Frage ihn nicht interessiere, er wolle eine kompetente Mitarbeiterin. Nach der ersten Sendung kam die große Medienwelle, und alle sind auf das Migrationsthema aufgesprungen. Was okay war, wenn man aber darauf reduziert wird, dann wird es anstrengend. Der Migrationshintergrund sollte niemals der Grund sein, irgendeinen Job auf dieser Welt zu bekommen, warum auch? Also entweder kann man’s oder man kann es nicht.

Wie haben die Zuschauer reagiert?
Hayali: Zu 99 Prozent positiv. Viele Ausländer schrieben mir, dass sie sich freuten, dass da jemand von ihnen vor der Kamera sitzt.

Und die anderen?
Hayali: Kritisierten, dass eine Quotentürkin im “heute-journal” zu sehen sei, das bin ich zwar nicht, aber selbst wenn. Der nächste klagte, er wolle keine Muslime auf dem Bildschirm sehen. Aber das bin ich ja auch nicht, ich bin Christin. Viel mehr Reaktionen gab es nicht.

Dann wurde in den Medien über Ihre Homosexualität berichtet.
Hayali: Aber auch da gab es keine Nachwehen. Der Sender hat darauf gar nicht reagiert, warum auch, die Zuschauer auch nicht. Und ich war ja auch nicht die Erste, über deren Sexualität in den Medien berichtet wurde. Das vollständige Interview in der fr-online (“Der Mauerbau war keine Absicht …”)

Advertisements

1 Comment

Comments are closed.