Update zu Magazin EXIT: HIV Infektionen – gebracht vom Schwarzen (Weihnachts)Mann


EXIT, in Eigenbezeichnung “das schwule NRW-Magazin” aus dem Hause publigayte verfehlt mit dem Cover der Dezember-Ausgabe wohl etwas das Ziel. Ein Artikel dazu im Blog http://takatukaland.wordpress.com/:

[..]”Zum Titelthema der steigenden HIV-Infektionszahlen wird ein dunkelhäutiger Mann mit” Weihnachtsmannmütze gemeinsam mit der Schlagzeile “HIV Infektionen – Schwarze Aussichten für nächstes Jahr” abgebildet. Solch eine rassistische Stereotypisierung des “schwulen N…”, der AIDS verbreitet, wirkt einfach nur wie ein Schlag ins Gesicht. Mir fällt es sehr schwer das noch als eine unüberlegte, unreflektierte oder dumme Handlung abzutun. Das ist einfach purer Rassismus, der hoffentlich für viele viele LeserInnenbriefe und Beschwerden sorgen wird. Und vielleicht auch für einen Boykott der Auslegestellen; zumindest bis sich auf dem Titelblatt der nächsten Ausgabe für diesen Ausfall (bzw. Auswurf) entschuldigt wird!”[…]

Weiter lesen in http://takatukaland.wordpress.com/

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Update 15.12.2008

Marc Kersten, nach eigenen Angaben der für das umstrittene Cover der Zeitschrift EXIT verantwortliche Redakteur, hat sich, nach dem der braune mob e.V. media watch, takatukaland, afro-horizont, Gay Dissenter, gender:queer, black NRW u.a. das Thema aufgegriffen haben, entschuldigt (s.u. Kommentarsektion, EXIT Homepage, u.a.) und das strittige Zeitungscover, zumindest in der Online Ausgabe, ausgetauscht.

Die Kritik ist natürlich völlig berechtigt. Und ich entschuldige mich an dieser Stelle in aller Form für diesen schweren Missgriff, den ich persönlich zu verantworten habe.

Jetzt heisst es “Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch” anstatt “HIV Infektionen – Schwarze Aussichten für nächsten Jahr”

Update 17.12.2008
Nach einem Hinweis von Victoria / Blackprint haben wir die Person auf unserer Abbildung des Cover des besprochenen Magazins EXIT (12/08) unkenntlich gemacht. Dem Modell war es verständlicherweise mehr als unangenehm, in dieser Form vom Magazin EXIT vorgeführt zu werden. Er war über den Kontext in dem das Magazin sein Fotoporträt plaziert hatte, vorab nicht informiert worden und hat davon erst jetzt erfahren.

Viele Bildagenturen verbieten sogar die Verwendung ihres Bildmaterials für sog. “nicht autorisierte Nutzung” sowie im Kontext von Inhalten, die sie als sog. “sensible Themen” definieren …

(als Beispiel: Das Bildarchiv Corbis hat Vorbehalte bei der Nutzung ihres Bildmaterials als Handelsmarke o. Dienstleistungsmarke, pornografischen Zwecken, ungesetzlichen Zwecken o. Nutzungen, Diffamierung einer Person, etc.. Als sensible Themen werden bei Corbis u.a. Sexualität, Drogenmissbrauch, physischen o. psychischen Missbrauch, Alkohol, Drogen, Tabak, AIDS, Krebs o. schwerwiegende physische o. psychische Krankheiten, Herabsetzung einer Person o. eines Produkts definiert. Quelle: Corbis Nutzungsbedingungen. / AGBs von Corbis als Beispiel und ohne Bezug zur Abbildung).

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4 Comments

  1. Hallo zusammen!

    Die Kritik ist natürlich völlig berechtigt. Und ich entschuldige mich an dieser Stelle in aller Form für diesen schweren Missgriff, den ich persönlich zu verantworten habe.

    Allerdings war es nicht meine Absicht, einen Zusammenhang zwischen Bild und Schlagzeile herzustellen. Das tun wir bei der EXIT so gut wie nie. Das Foto ist i.d.R. reiner Blickfang. Die Schlagzeile orientiert sich am Aufmacherthema oder einem größeren Artikel im Heft. Ich weiß, dass das erstmal nen anderen Eindruck macht, aber es war wirklich ein Unfall und spiegelt in keiner Weise meine persönliche oder politische Geisteshaltung wieder.

    Ihr könnt ja gerne mal nach Marc Kersten googeln. Ich bin seit 25 Jahren politisch aktiv. Mit 14 hab ich Infostände gegen Ausländerfeindlichkeit organisiert. 1993 bin ich aus Protest gegen die faktische Abschaffung des Asylrechts aus der SPD ausgetreten. Ich habe dieses Jahr Wahlkampf für barack Obama gemacht, den wir auch auf einem EXIT-Cover hatten. Und so könnte ich noch vieles mehr schreiben, um zu demonstrieren, dass ich niemals absichtlich/bewusst eine negative, rassistisch deutbare Konnotation wählen würde. Ich schüttel ja selber innerlich den Kopf, wie ich das nicht sehen konnte, als ich am Layout saß. Ich war offenbar übermüdet und unkonzentriert und habe unter Zeitdruck mangelnde Sensibilität walten lassen.

    Aber bitte Leute: Unterstellt uns keinen Rassismus, jedenfalls keinen bewussten.

    Eine ausführliche Entschuldigung steht inzwischen auch auf unserer Website:

    http://exit.publigayte.com/Artikel.658+M5846c1f1606.0.html

    Vielleicht kommt aus dem Ganzen ja auch noch etwas positives hervor, und es entsteht eine offene Diskussion über tatsächlich vorhandenen Rassismus in der Szene. Wir wären da gerne bereit auch an einer öffentlichen Podiumsdiskussion oder ähnlichem teilzunehmen. Das Thema wird ja eher totgeschwiegen in der Szene, nach de Motto, als Schwuler könne man ja gar nicht rassistisch sein. Dem ist natürlich nicht so. Wir werden das auch in einer der nächsten Ausgaben, vermutlich Februar in der EXIT aufgreifen.

    Solidarische Grüße,

    von jemandem der genauso wie Ihr gegen jede Fotm von Rassismus eintritt und dem die ganze Sache extremst peinlich ist.

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  2. ..sofern man das Endergebnis mehr als eine zehntelsekunde betrachtet haette, haetten bei jedem gewisse Denkprozesse einsetzen muessen: wird das Endprodukt ‘Titelseite’ nur von einem einzigen Redakteur, noch dazu spaet am Abend nach drei Glaesern Rotwein vor Veroeffentlichung begutachtet?

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