Bremen: Fachvortrag von F.N. Mwanza / Forum INPUTS zu Diaspora Literatur, 7.5.


Bremen, Bestseller werden in zahlreiche Sprachen übersetzt und in Buchläden in aller Welt angeboten. Dennoch sperrt sich Literatur gegenüber der Entterritorialisierung stärker als andere Kulturgüter: Sie wurzelt in dem jeweils Eigenen der Sprache und zeigt die Verschiedenheit zwischen den Kulturen. Es gibt zwar international anerkannte ‘Weltliteraturen’, doch welche Sprachen gehören dazu? Mit diesem Thema beschäftigt sich am 7. Mai 2009 der Vortrag von Fiston Nasser Mwanza (Demokratische Republik Kongo), der im Rahmen des Forschungskolloquiums “Forum INPUTS” stattfindet.

Veranstaltet wird die Reihe vom Institut für postkoloniale und transkulturelle Studien (INPUTS) im Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften der Universität Bremen. Die Veranstaltungen findet um 13:15 Uhr im SFG, Raum 1060 in französischer Sprache statt.

Fiston Nasser Mwanza untersucht in seinem Vortrag “Ecritures romanesques francophones” die Frage, ob Französisch als eine der Sprachen für die Produktion einer neuen Weltliteratur gelten kann? Dabei geht es um französischsprachige/frankophone Literatur, die oft mehrkulturelle Kontexte wie Afrika/Frankreich oder Antillen/Frankreich zum Thema hat.

Mwanza wurde 1981 in Lubumbashi geboren und studierte angewandte Pädagogik, Geisteswissenschaften und Humanwissenschaften. Für seine Essays und Novellen erhielt er bereits mehrere Auszeichnungen und Literatur-Preise. Sein Schreiben nährt sich aus den politischen Turbulenzen seines Landes seit dem Erlangen der Unabhängigkeit. 32 Jahre Diktatur, 16 Jahre des Übergangs, mehr als 65 politische Parteien, Spaltungen und Befreiungskriege, haben Auswirkungen auf das kulturelle Klima des Landes und auf die literarischen Kreise.

Das neu eingerichtete Forschungskolloquium “Forum INPUTS” gibt Bremer und auswärtigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Gelegenheit, erste Ergebnisse einem Fachpublikum sowie einer interessierten Öffentlichkeit vorzustellen und die eigene Forschungsarbeit schon in einem frühen Stadium in einem interdisziplinären Kontext zu diskutieren.

Weitere Termine:

14.05.2009: Dr. Bernard Müller (Kulturelle Anthropologie, Paris):
The role of colonial war booties in the construction of identity and memory today. Three case studies in Togo, Nigeria and Korea

02.07.2009 Christina Oppel (Amerikanistik, Münster):
African Americans and Germany – the Third Reich in African American Perspective

Quelle: Pressemeldung der Uni Bremen

Advertisements