Düsseldorf: LOGOBI 02 – FFT Kammerspiele, 23. & 24.4.


Zeitgenössischer Tanz? Wir haben ihn nicht verstanden, ein undefiniertes System, ein postkolonialer Bluff, in den wir Afrikaner einsteigen, um uns internationale Festivalplätze und Fördergelder zu sichern, sagt der ivorische Tänzer und Choreograf Gotta Depri über die Einführung des zeitgenössischen Tanzes in der Elfenbeinküste. Er ist mit dem André-Heller-Zirkus „Afrika!Afrika!“ nach Deutschland gekommen. Da werden afrikanische Bewegungen mit anderen Elementen zu flotten, bedeutungslosen Choreografien gesampelt. Aber wie kann sich ein afrikanischer Tänzer in Europa positionieren? In der „Logobi“- Reihe stellt Gotta Depri sich der Konfrontation mit europäischen Choreografen und Tänzern.

In Düsseldorf ist es Gudrun Lange. Sie entschlüsseln Bewegungen, Bedeutungsebenen und Konzepte ihrer Arbeiten. Und so zeigt dieser lustvoll-streitbare Tanz-Dialog auch einen seltenen und spannenden Einblick in die Entstehung kreativer Prozesse im Tanz.

Nachdem die Premiere von „Logobi 02“ im Januar verletzungsbedingt ausfiel und an dieser Stelle Gotta Depri und der Schauspieler Hauke Heumann in „Logobi 01“ zu sehen waren und vom Publikum gefeiert wurden, zeigt das FFT im April nun die langersehnte Fortsetzung dieses Dialogs.

Die Regisseurin Monika Gintersdorfer und der bildende Künstler Knut Klaßen entwickeln seit vier Jahren Projekte, in denen sie Lebensstrategien und Ausdrucksformen ihrer Darsteller zum Zentrum machen und mit eigenen Strategien und Ästhetiken konfrontieren. Ihr Team ist deutsch, französisch-westafrikanisch. Gemeinsam mit dem ivorischen Darsteller und Choreografen Franck Edmond Yao realisieren sie Performance, Video und Ausstellungsprojekte. Zuletzt zeigten sie „Othello, c’est qui“ auf Kampnagel und den Film „Verlieren“ beim Steirischen Herbst, sowie „Betrügen“ am FFT. Gintersdorfer /Klaßen arbeiten kontinuierlich mit dem FFT, Kampnagel, dem Theater Aachen.

Die Düsseldorfer Tänzerin und Choreografin Gudrun Lange ist Förderpreisträgerin des 13. Künstlerinnenpreises des Landes Nordrhein-Westfalen, der in diesem Jahr im Bereich Choreografie/zeitgenössischer Tanz vergeben wurde. Das FFT fördert und begleitet Gudrun Lange seit vielen Jahren. Viele ihrer Choreografien (u..a. „Schmutz“, „Pimp your Dance“, „skillz/no skillz“) wurden vom FFT koproduziert und zur Aufführung gebracht. Zuletzt war Gudrun Lange als Tänzerin in Karen Bößers „zzwweeii“ am FFT zu sehen.

Gotta Depri, geboren 1986 in der Elfenbeinküste. Seine Ausbildung absolvierte er an der Ecole de danse et d’échange culturel. Er erhielt 2002 sein Diplom und gewann 2004 einen Preis als bester Jungchoreograf in der Elfenbeinküste. 2005 gründete er die Theatergruppe Guirivoires. 2007 wurde er von André Hellers Zirkus Show Afrika!Afrika! nach Deutschland engagiert. Mit Gintersdorfer/Klaßen arbeitete er in dem Religionsprojekt Der Mensch sucht’s, Gott gibt’s und in der afrikanisch-deutschen Videoserie We learn hard / Show, die vom FFT produziert wurde, zusammen.
Mehr Info

http://www.forum-freies-theater.de/

Von und mit: Gudrun Lange, Gotta Depri
Künstlerische Leitung: Gintersdorfer /Klaßen
Koproduktion: FFT, Kampnagel Hamburg, fabrik Potsdam, sophiensaele Berlin
Gefördert durch: Nationales Performance Netz aus Mitteln des Tanzplan Deutschland der Kulturstiftung des Bundes

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