Zu rassistischen Vorfällen in einem Restaurant in St. Gallen / Schweiz


Leserreport: Mit Entsetzen habe ich davon gehört, dass in der St. Galler Seegerbar mehrere Menschen aufgrund ihrer schwarzen Hautfarbe von den Türstehern zurückgewiesen wurden und darauf hingewiesen wurden, dass die Regel „Nur für Weisse“ nicht von den Angestellten, sondern Ihrem Chef Herrn Tomasini gemacht wurde.Sollte das die Einstellung sein, mit der die Schweiz des 21. Jahrhundert kurz nach der historischen US-Wahl von Barack Obama ihre Studenten, internationale Reisende und Geschäftsleute empfängt?

Im Internet hat sich bereits eine Interessengruppe zu den Vorfällen gebildet (FM1, Radio Top, 20min, le Matin, stadt24.ch berichteten), die inzwischen auf 1.000 Personen angewachsen ist. Ihr geht es darum, eine aktuelle, öffentliche Stellungnahme von Inhaber des Lokals, Herrn Tomasini zu erhalten, die über ein Medium lokal oder überregional publiziert wird.

Hier hätte Herr Tomasini die Möglichkeit sich entweder explizit zu einer „rassistischen Gesinnung bzw. Türpolitik“ zu bekennen oder sich von den eventuell “völlig unberechtigten Vorwürfen” ganz klar und öffentlich distanzieren.

Es gibt ein öffentliches Interesse daran zu wissen, wer in Zukunft wohin gehen darf in St. Gallen, bis wann oder ab wann man wo Einlass findet, ob man nur nachmittags essen und zahlen oder auch abends tanzen darf, oder aufgrund seiner Hautfarbe oder Nationalität mit Beleidigungen oder Handgreiflichkeiten rechnen muss. Dies gilt nicht zuletzt für St. Galler Geschäftsleute, die sichergehen wollen, dass ihre internationalen Kunden in Restaurants auch Eintritt erhalten und sich nicht beleidigen lassen müssen.

—————–
(C) Lesereinsendung von Julia. Der Artikel wurde als Leserbrief an die Tageszeiten des Ortes St. Galler, das St. Galler Tagblatt, eingesandt, nachdem das Blatt und andere schweizer Zeitung (NZZ) auf die Bitte um Berichterstattung zu den Ereignissen in St. Gallen nicht reagiert hat und wohl auch schon ein paar Leserbriefe ignoriert hat.

Übrigens: Der Betreiber des angesprochenen Lokals Seeger, der keine Schwarzen bedient, wirbt auf seiner Website mit folgendem Slogan: “SEEGER is the hottest spot in St.Gallen for a night of exoticism.” Bevor der italienisch stämmige Schweizer sich ins Nachtleben gestürzt hat, betrieb er ein Modegeschäft in St. Gallen namens “Trinidad”.

Pressecoverage

http://www.20min.ch/news/stgallen/story/Dunkelhaeutige-in-St–Galler-Clubs-oft-nicht-erwuenscht-19445074

http://www.lematin.ch/actu/suisse/etrangers-interdits-barle-tenancier-risque-prison-76964

http://www.tagblatt.ch/lokales/stgallen/tb-ag/Untersuchung-gegen-Pub-Besitzer;art197,1246670

http://www.tagblatt.ch/lokales/stgallen/tb-ag/Kein-Eintritt-fuer-Auslaender;art197,1246164

http://www.tagblatt.ch/tagblatt-alt/tagblattheute/sg/stgallen/tb-st/art742,50930

http://www.facebook.com/ext/share.php?sid=61182327928&h=SYkkk&u=eOsGp

TV
http://www.teleostschweiz.ch/?rubrik=wochenarchiv&view=1&content=1&m=01&t=27&j=2009

Advertisements