Die evangelische Familienarbeit (efa) organisiert seit längeren in Düsseldorf 14tägige Ujima bzw. afrodeutsche Familiennachmittage, die zur Zeit mehrheitlich von weissen deutschen Frauen mit afrodeutschen Kindern als Anlaufpunkt und Ausstauschforum genutzt werden, sich aber auch an afrikanische und afrodeutsche Männer und Frauen richten.

Darüber hinaus bietet die efa im April ein afrikanisch – deutsches Familienwochenende Schwarz und deutsch – na und? an. siehe unten

Was bietet das Treffen? Was steckt dahinter?

Das Feedback zum Treffen reicht von Frustration, über das Kaffeetrinken mit weissen Single Mums, haarsträubenden Storys von „Ihren Afrikaner“ und „niedlichen Mischlingskindern“, bis zu positiven Gemeinschaftserfahrungen, neue Leute und Spielfreunde für die Afro-Kids kennengelernt zu haben. Der Flyer bzw. die Ausschreibung des Treffs wirbt mehrsprachig, um auch AfrikanerInnen anszusprechen, suggeriert mit „Ujima“ und „Afrodeutscher Familientreff“ ein Schwarzes Communityfeeling, exotisiert dann aber eine „fremdländischer Kultur“ und „Leidenschaft für das Land (!!!???) und die Musik Afrikas“….

Bianca, die vom ersten Tag an beim Treffen der efa dabei war, klärt Missverständnisse auf:

„Ich bin zwar Single Mama, aber ich habe es mir nicht freiwillig so ausgesucht, sondern weil ich betrogen, belogen und geschlagen wurde. Also ich wäre auch lieber mit einem lieben, ehrlichen, treuen afrikanischen Mann zusammen, aber das Schicksal hat es so gewollt.[…]

Ich finde es wichtig das Afrikanische Menschen oder auch gemischte Afrodeutsche einen Anlaufpunkt in Düsseldorf habe, wo sie über Probleme reden können und ein gemeinschaftliches Zusammensein beim gemeinschaftlichen Kochen oder Spielen mit den Kindern haben. Wenn alle erst mal öfters bei dem Ujima Treffen wären, würden sie auch sehen, dass man auch gute Freundschaften hat. Es sind alle willkommen – von der Oma bis zum Baby, Familien ebenso wie Alleinerziehende, die einen afrikanischen Hintergrund haben, Frauen und Männer.“

Auch Alice ist begeistert:

„Ich komme aus Kenia und habe einen 9 jährige Sohn (schwarz) und eine 4 jährige Tochter (sog. afrodeutsch). Ich gehe reglmäßig zu diesen Treff und finde es wirklich gut. Habe in Köln gelebt, aber damals gab es so etwas da nicht. (Anm. d. Redaktion: In Köln gibt es den Treff „Eltern Schwarzer Kinder“)“

Daniela, ergänzt:

„“ich gehe auch regelmäßig zum Treffen “Ujima- Gemeinschaft afrodeutscher Familien in Düsseldorf”. Ich bin keine Single mum, sondern bereits seit 10 Jahren verheiratet . Es ist kein Verein sondern das Treffen wird vom ev. Familienbildung Düsseldorf unterstützt und angeboten. Der Erfahrungsaustauch ist hier sehr gut, vorallem da man in Düsseldorf sonst sehr wenig Anlaufstellen zu diesem Thema findet. Ach übrigens mein Mann kommt auch ab und zu. Jedoch muss man zu geben, dass Männer egal ob schwarz oder weiß leider nicht immer so den Bezug zu solchen Treffen haben. Mein Mann geht dann lieber mal seinen Hobbys nach.“

Claudia aus Köln informiert:

„Ich freue mich, dass es in Düsseldorf auch eine Gruppe gibt und werde versuchen Kontakt aufzunehmen. Unsere Ujima in Köln gibt es seit 2008. Email: Ujima_Koeln@yahoo.de“

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Samstags-Treff – Die Beschreibung

An zwei Samstagen im Monat treffen sich Familien die afrikanische oder deutsche Wurzeln haben und in afrodeutschen Partnerschaften leben oder lebten. Im Mittelpunkt der Treffen steht der Austausch über Erziehungs- und Alltagsthemen, die Zubereitung landesüblicher Speisen sowie die Leidenschaft für das Land und die Musik Afrikas.“ heisst es in der Annkündigung. Kursleiterin ist Haydeé Casanova, deren Wurzeln afro-mittelamerikanisch sind. Die Treffen finden 14-täglich statt, so z.B. am Samstag den 24.1. von 16.00-19.00, sind kostenfrei und der Veranstaltungsort ist das efa-Stadtteiltreff, Cafe, in der Rather Str. 19, in Düsseldorf-Derendorf.

Wochenend Seminar April 2009

Zielsetzung des Seminars (Daten: Fr. 24.04.2009 – Sa. 25.04.2009) ist „Schwarz und deutsch – na und? Nicht alle Deutschen sind weiß. Immer mehr Deutsche haben auch afrikanische Wurzeln. Afro-europäische und afro-deutsche Kinder wachsen hier auf. Weiße Eltern mit schwarzen oder dunkelhäutigen Kindern erleben in ihrem Alltag auch rassistische Diskriminierungen. Sie können lernen sich gegen Beleidigungen und Ausgrenzung zu wehren und Vorurteilen selbstbewusst zu begegnen. Ziel des Kurses ist es, Ressourcen aufzuzeigen, die das Selbstbewusstsein der Eltern – und dadurch auch der Kinder – stärken.“

Adresse
efa-Stadtteiltreff, Cafe

Rather Str. 19
Düsseldorf
(Stadtteil Derendorf, Nähe Münsterstr.)

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