Frauenthema VersagerIn


… mal ehrlich, Queerfeminismus – da weiss ich gar nicht erst, was das ist; fatanda kenne ich gar nich und überhaupt, die ganze Rassismus Thematik geht mir irgendwie am Axxxh vorbei.Denn seit Anfang dieser Woche habe ich nur noch ein Thema: Haare (Braids aufmachen…). Und „Haare“ sind so ziemlich das einzige Frauenthema, bei dem ich als Frau ansatzweise mitreden kann.

Ansonsten bin ich leider eine elende Frauenthema VersagerIn:

Sonntags zum Beispiel, Thema Kuchenrezepte: schnell stopf‘ ich mir ein riesen Stück vom Russischen Schlupfkuchen in den Mund. Bloß nix gefragt werden.

  • Die neue Handtaschen Kollektion, ganz, ganz schwierig.

Nächstes Thema.

  • Bei „mein Ex ist arbeitslos und will die 2.000 Euro Unterhalt nicht mehr zahlen, ich soll arbeiten gehen und in eine Mietwohnung ziehen, die Kinder sind doch erst 12?“ versuche ich es mutig mit: „Mhm, mach mal ne‘ SWOT Analyse und dann – go for the opportunities“ …und fange mir fast eine…

Und schnell noch ein Stück Kuchen nachschieben, um bei

  • „meine Brüste waren ja vor der OP Tütchen, kennste das nich?“, nicht wieder übelst aufzufallen mit „operativ gut umgesetzt die Massnahme, aber warum poppt die eine deiner zwei T.  jetzt oben raus?“ (Frag‘ ich mich heute noch).

Da bete ich meistens aber auch schon leise vor mich hin, und wische mir die schweissfeuchten Hände an meiner Jeans, das hoffentlich bitte, bitte nicht das EINE Thema ran kommt. Was dann letztendlich doch immer unvermeidbar ist:

  • „Du, meine Vagina ist eine Turnhalle, ich brauche ihn in XXL, mit Konsistenz…“

Aber schnell zurück zum Thema Haare. H-A-I-R. Das geglättete Afro Haar. Da bin ich viel souveräner!

Company meeting  in Florida steht an? „Bad hairs days ahead“, raune ich der Kollegin zu. Während sie die angeblich Original Indischen Tempelhaar Extensions aufträgt – und sich ständig kratz – kontere ich mit meinen Hair Accessoires: Seidenkopfkissen, Super Teflon® 6 Trillionen Watt Brenneisen, Haarschlaftuch….

Und wir beide wissen, das „Miss Revlon“ vom Vertrieb nachts mit Lockenwicklern, pardon Rollersets, schläft und garantiert morgens um 5 Uhr aufsteht, um sich die Haare dann nochmal glatt zu fönen. Die Zicke.

Oder die liebe Shannice*, bei 70% Luftfeuchtigkeit mit pubertären Cornrows ankommen, die macht es sich ja ein bischen zu einfach. Angeblich sind ihr die Haare abgebrochen oder vorne ausgefallen. Das hab ich aber nur so mal gerüchteweise gehört.

Ja, Ja. Bei Haaren kann ich mit reden.

Das war allerdings nicht immer so. Ganz ganz früher musste ich eine Freundin aus der Messerstadt Solingen beauftragt, mit mir einmal im Monat – selbsverständlich nach nigerianischer Yoruba Tradition – meinen Afro überhaupt erst mal durchzukämen zu üben.

Oder ihre Freundin: flechtete mir – nach Imigbo Art – PlasteRastaZoepfe ins Haar. Das klappte prima, sah ganz toll aus und endlich hatte auch ich ein abwechslungsreiches Sexleben –  mit den Jungs vom Dritte-Welt-Laden in Bad Rappenau***.

Dann, lange vor der Zeiten der blühenden Haar-Landschaften auf der Kölner Strasse (DDorf), endeckte ich einen kleinen Afro-Hair-Salon hinterm Hauptbahnhof, der später nach Bilk umzog. Dort schaute ich gerne und regelmässig rein, ich lies mir jetzt das Haar glatt machen!

Total verqualmter Hinterraum, mit einem kleinem fiesen Kläffer und einer gelegentlich etwas launischen Chefin. Mal konnte man richtig nett mit ihr quatschen, über Südafrika politisch und so, andermals zog sie einen so an den Haaren, das der Kopf pendelte wie Wackelhund. Und das Zeug, äh der Afro Hair Relaxer,  brannte einem schorfige Löcher in die Kopfhaut. Ich wusste ja auch nicht genau, quasi wie beim ersten Mal, ist das so normal? Immerhin, die Lady unter der Nachbartrockenhaube mit den roten High Heels, machte es doch auch, und das sah soo super bei der aus…

Eines Tages dann war der kleine Afro-Frisörsalon einfach so zu….

Beziehungsweise, die Chefin kam noch mal ganz neu rein. In Düsseldorf-Reisholz, First Class Studio, 9 Räume, TV Salon, Arztzimmer, 7 Angestellte, x freie Mitarbeiter, ab ca. 210,00 Euro die Stunde:

Als Herrin Shaka – die Schwarze Göttin. Deutschlands erste schwarze Domina**:.

Textrechte: (c) Blacknrw (ohne Bildrechte)
*Shannice - der Name ist nur so gewählt. Kein Bezug zu einer Person.
**Quelle: http://www.institut-shaka.de
*** Bad Rappenau - der Ort ist nur so gewählt.
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