Titanic – Dezember Cover


Via Afrolink (phil):
“.. Das superlustige Cover auf dem alle in Obama’s Kabinet sooo schwarz sind, dass man sie im Dunkeln nicht sieht (abgesehen von den breit-grinsenden weissen Zaehnen, den Glubsch-Augen und dem obligatorischen Saxophon (Anm. und dem Goldzahn) ist in der Tat lediglich eine Hyperbel. Und zwar eine deren Basis übelste rassistische Stereotypen des letzten Jahrhunderts sind. Das kann man nicht schoenreden. Seit wann sind denn rassistische Illustrationen nicht mehr rassistisch, wenn man drueber lachen kann?????”

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4 thoughts on “Titanic – Dezember Cover

  1. ..also ich bin in solchen Faellen ja stets auf der Seite der Kritiker, in diesem Falle gebe ich wirklich zu bedenken, dass das titanic-Magazin wie kein Zweites sich OSTENTATIV der Zuspitzung rassistischer Folien von Normalbuergern bedient (‘einer war wohl nicht genug’), es gibt da ein paar wirklich unglaublich bissige Texte etwa von Max Goldt, der jahrelang titanic-Kolumnist war, das Cover ist also meiner Meinung nach so etwas wie ein: wie sieht der deutscher ‘Normalbuerger’ Obamas Kabinett, es ist WIRKLICH keine Kritik am Kabinett, sondern eine an der ‘vorausgesetzt’ rassistischen Rezeption dessen in Deutschland. Das ist boese Satire, aber so gemacht, dass ihre Adressaten, naemlich die weissen Deutschen, sie falsch interpretieren, naemlich als Kritik an Obamas Kabinett, darin liegt aber gerade der Witz: man gibt den Leuten ihre Rassismusdosis und sie saugen sie begierig auf..

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  2. Sagt Kanake! Der letzte linke Student von Jörg Sundermeier

    Der letzte linke Student liest nicht nur linke Sachen. Nein! Der letzte linke Student liest auch lustige Sachen. Zum Beispiel: der letzte linke Stundet liest gern ein Satiremagazin. Ein Satiremagazin: das ist wie ein linkes Magazin, nur ohne links. Dafür aber: ist ein Satiremagazin: lustig. Und Satire: ist sowieso links. Denn: böse Menschen haben keine Lieder. Und Lieder: sind ja fast so was wie Humor. Also quasi: kongruent. Heißt: wer Lieder hat, hat auch Humor. Heißt: wer Humor hat, ist nicht böse. Q.e.d.

    Nun aber schreibt das Satireblatt: ein verbotenes Wort. Das verbotene Wort: lautet N**. Warum ist das Wort verboten? Es ist verboten, denn es verletzt andere Leute. Leute: die mit diesem Wort beschimpft werden. Nun ist das Verletzen von Leuten: ungleich von gut. Heißt: man darf das Wort nicht benutzen. Heißt: das Satiremagazin ist ungut. Und ungut: heißt böse. Heißt also: unlinks. Kann man noch folgen? Ja, der letzte linke Student kann diesem Gedanken noch folgen. Obschon: es mordsmäßig kompliziert ist. Andererseits aber: ist es sein eigener Gedanke.

    Wie auch immer: N**sagen ist unlinks. Ein Satiremagazin ist aber links. Und muss es auch sein: denn es gefällt dem letzten linken Studenten. Ein Dilemma? In der Tat! Doch nun schreibt der letzte linke Student in sein besonderes Notizbuch:

    »Man darf N** sagen, wenn man lustig ist. Weil alle wissen, dass man es nicht so meint. Wenn ich satirisch bin und sage ›Polacke!‹, so ist das kein Polenwitz und keine Beschimpfung. Sondern haraldschmidtesk. Und damit per se links. Denn die Linke kann nicht unlinks sein. N**sagen verletzt also niemanden.«

    Letzter linker Student dixit. Und auch wir sollten aufatmen und »Scheißkanake« brüllen, und hernach kräftig loslachen!

    http://jungle-world.com/artikel/2008/49/31766.html
    (Anm. Edit by Black NRW **)

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  3. nach wie vor: ‘titanic’ ist nicht das dummy-Magazin. dummy ist ein lifestyle-Magazin, das seine rassistischen Folien auf lustig-unterhaltende Weise abspulte und dabei vorgab, sich fuer emanzipative Belange einzusetzen. Gehrs selbst war zweifellos durch tendenziell antisemitische Artikel vorbelastet, die gesamte Machart des letztlichen Heftes ueber ‘Schwarze’ war zweifelhaft und nicht die Bohne satirisch. Bei titanic stoesst man aber wahrscheinlich die letzte journalistische Instanz mit aus dem Boot, fuer die der Rassismus der deutschen ‘Mitte’ aehnlich ‘normal’ ist wie fuer den Diskurs innrhalb der schwarzen deutschen Community. Werde das noch an einem Max Goldt-Text in meinem blog verdeutlichen.

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  4. Pingback: Titanic hart am Rande: eine Betrachtung « die dialektische monodromie

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