Klare Ansage! US-Protest gegen rassistische Beleidigungen von Obama im österreichischen TV


Der rassistische Totalausfall eines österreichischen Journalisten gegen den designierten US Präsidenten Barack Obama hat Folgen: der US Botschafter legte Protest gegen die Beleidigung ein und forderte eine eindeutige und offizielle Entschuldigung des verantwortlichen TV Senders:

Die US-Regierung hat beim öffentlich-rechtlichen österreichischen Fernsehensender ORF gegen rassistische Bemerkungen protestiert, die der frühere USA – Korrespondent des Senders Klaus Emmerich am Tag nach den US-Wahlen (5.11.) in einer Livesendung über Barack Obama gemacht hatte. Emmerich hatte vor ca. 1,2 Millionen Zuschauern erklärt, dass er sich “nicht von einem Schwarzen in der westlichen Welt dirigieren lassen” wolle. Und nannte US-Amerikaner “Rassisten”, denen es “schon sehr schlecht gehen (muss), dass sie so eindrucksvoll (…) einen Schwarzen mit einer schwarzen, sehr gut aussehenden Frau ins Weiße Haus schicken”. Laut Emmerich wäre das ungefähr so, “wie wenn der nächste Bundeskanzler in Österreich ein Türke wäre”.

Im Gespräch mit der Zeitung STANDARD legt Emmerich nochmals nach: “Eine äußerst beunruhigende Entwicklung” sehe er in Obamas Wahl. Etwa weil “die Schwarzen in ihrer politisch-zivilisatorischen Entwicklung noch nicht so weit” seien.

In einem am Freitag (15.11.) veröffentlichten Brief an den ORF-Chef Alexander Wrabeth forderte der US-Botschafter in Wien, David F. Girard-diCarlo, eine offizielle Verurteilung der rassistischen Kommentare, berichtete die Nachrichtenagentur APA. Das Schreiben im Wortlaut:

Der Brief im Wortlaut

“Dieses Schreiben bezieht sich auf die Kommentare des früheren ORF Korrespondenten Klaus Emmerich über den designierten Präsidenten Barack Obama während einer morgendlichen Livesendung im ORF am 5. November 2008.

Als Vertreter des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika in Österreich verurteile ich diese rassistischen Äußerungen Emmerichs aufs heftigste. Sie sind ein Affront gegen den designierten Präsidenten und das Volk der Vereinigten Staaten von Amerika.

Seit diese beleidigenden Statements vom ORF gezeigt wurden, wartet und hofft die US Botschaft auf eine offizielle öffentliche Verurteilung seitens des ORF.

Außer einigen Medienberichten, in denen Ihr Sprecher dahingehend zitiert wird, daß sich der ORF von Herrn Emmerichs Kommentaren “distanziert”, gab es jedoch keine solch kategorische Verurteilung. Ich denke, daß der ORF dies seinen Sehern jedoch schuldig wäre.

Meiner Meinung nach wirft diese Kontroverse zwei eindeutige Probleme auf.

Erstens hat der ORF als öffentliches Fernsehen eine Verantwortung, diese Bemerkungen, welche die Grenzen des zivilen Umgangs überschritten und in einer modernen Demokratie wie Österreich inakzeptabel sein sollten, klar zu verurteilen. Die Notwendigkeit einer solchen Verurteilung ist offensichtlich, da, laut österreichischen Medienberichten, Herr Emmerich diese Bemerkungen vor einem Fernsehpublikum von ca. 1,2 Millionen gemacht hat.

Der zweite Problembereich ist die Absenz von Entrüstung und und Verurteilung seitens österreichischer öffentlicher Personen und Organisationen angesichts der Äußerungen Herrn Emmerichs. Außer des Protests der Grünen vom 6. November ist mir keine andere offizielle Verurteilung zu Kenntnis gekommen. Ich erwarte nicht, daß Sie für andere Stellung nehmen, aber ich ersuche Sie, eine klare öffentliche Erklärung zu machen, in der Sie, als Vertreter des öffentlichen Fernsehsenders, den Sie leiten, die Kommentare Herrn Emmerichs verurteilen.

Angesichts der Bestürzung, die Herrn Emmerichs Äußerungen bei meinen Kollegen in der Botschaft, bei anderen amerikanischen Staatsbürgern, und, wie ich glaube, auch bei vielen Österreichern ausgelöst hat, plane ich, diesen Brief, nachdem er Ihnen zugestellt wurde, auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Hochachtungsvoll, David F. Girard-diCarlo”

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Update 26.11.2008

Vermutlich bedingt durch die Intervention des US Botschafters, bedauert nun Herr Emmerich seine rassistischen Äusserungen. Auf Seite 30 (!) der östereichischen Tageszeitung “Die Presse” erschien heute seine als Leserbrief abgefasste Entschuldigung.

Bin wahrlich kein Rassist

Meine Äusserungen zur US-WAhl in der ORF Sendung vom 5. November 2008 bedauere ich außenordentlich. Ich entschuldige mich für den gesamten Vorgang. Für Menschen, die mich kennen, und nach einem langen Journalistenleben bin ich nachweisbar gegen jede Form des Extremismus, der Diskriminierung und des Rassismus eingetreten. In diesem Sinne habe ich mein Bedauern auch den Botschafter der USA, David Girard-diCarlo wissen lassen.

Botschafter Girard die Carlo hat im Namen der US-Botschaft und der amerikanischen Regierung dies als “wohlwollende Entschuldigung” angenommen.

Klaus Emmerich, 1180 Wien

Quelle; der Standard und andere

http://www.afrikanet.info/menu/news/datum/2008/11/26/nach-beleidigung-an-obama-klaus-emmerich-entschuldigt-sich/

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