… möglichst reinrassig deutsch halten


“Wir wollen uns möglichst reinrassig deutsch halten”, erläuterte der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne (Milliardär und Mehrheitseigner des Speditionskonzerns Kühne+Nagel), seine Merger & Acquisition Strategie bei der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd. Anlaß war die 15. Jahrestagung der Deutschen Nationalstiftung am 11.11.2008 in Forum der Deutschen Bank AG in Berlin zum Thema »Wie national soll die Wirtschaft in Deutschland sein?

Zwischenrufe oder Proteste aus den Reihen der 300-400 handverlesenen Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, gab es nicht…. Geladene Gäste der Veranstaltung waren neben Kühne, nach Angaben der Berliner Morgenpost, u.a. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück, Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, (Ex-Ministerpräsident und Präsident der Nationalstiftung), Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker, Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, und Tessen von Heydebreck, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Bank Stiftung).

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann zu dem Vorfall: “Die Vokabel ist skandalös.” Ihre Verwendung sei an den Tagen um den Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November besonders geschmacklos. Schockierend ist auch, dass das Publikum offenbar geschwiegen hat”.

Dazu die Sprecherin des Unternehmers Kühne: “Wenn, ist es ihm versehentlich rausgerutscht”. Und: „Herr Kühne wollte niemanden mit seiner Wortwahl verletzen. Sofern er es unbewusst doch getan hat, entschuldigt er sich hierfür“, sagte die Sprecherin von Klaus-Michael Kühne. Und definiert “reinrassig deutsch”: “Gemeint sei ausschließlich die deutsche anstelle einer anderen Staatszugehörigkeit gewesen. Dies entspräche dem Veranstaltungs-Motto: Wie national soll die Wirtschaft in Deutschland sein.”

(Anmerkung: Im Dritten Reich (1933-45) verlangten Behörden, Berufsverbände, Unternehmen und sogar Kirchen als Zugangsvoraussetzung für eine Anstellung bzw. Berufsausübung oder Firmenbeteiligung den Nachweis “reinrassiger” “deutschblütiger” Abstammung. Derartige Regelungen wurden 1945 durch das Gesetz Nr. 1 des Alliierten Kontrollrats für Deutschland vollständig aufgehoben. Klaus-Michael Kühne, geb. 1937, war damals 18 Jahre alt.)

Klaus-Michael Kühne wurde nur wenige Tage zuvor von der renommierten Unternehmensberatung Ernst & Young als “Master Entrepreneur Of The Year 2008” für sein Lebenswerk als “Globalisierer” geehrt: “Klaus-Michael Kühne gilt in den Augen der Jury als Globalisierer, als Unternehmer mit Vorbildcharakter und Kämpfernatur und punktete mit seinem Qualitätsbewusstsein, seiner unternehmerischen Energie sowie seinem karitativen, kulturellen und wissenschaftlichen Engagement.”

Quelle:

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/koepfe/kuehne-schockiert-juden-mit-rasse-bemerkung;2086839

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,590084,00.html

http://de.reuters.com/article/deEuroRpt/idDELC48361420081112

http://www.bild.de/BILD/hamburg/aktuell/2008/11/13/kuehne/schockiert-zentralrat-der-juden-in-deutschland.html

http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=78581

Siehe auch Kommentar von anders deutsch:
Die asiatische Gefahr

http://andersdeutsch.blogger.de/stories/1228866/

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3 Comments

  1. Es wäre ein guter Anfang und würde die Glaubwürdigkeit Herrn Kühnes drastisch erhöhen, wenn er mit seinen Unternehmensgewinnen anfinge – die reinrassig deutsch zu halten, hätte wohl keiner was dagegen. Aber als Preisgekrönter Globalisierer steckt er da in einem echten Dilemma.
    Warum müssen wir Rechtsstaatler und Bürgerrechtsbewahrer solche A….löcher eigentlich erdulden? Da ist doch eine Lücke im System.

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