Terfa Dibaba: Die Oromo’s – Ausstellung im Werler Museums Forum der Völker


Terfa Dibaba hat am 30. Oktober, im Rahmen der Werler Gespräche, über das Volk der Oromo berichten, dem auch eine Ausstellung (noch bis zum 15. November 2008) im Werler Museums Forum der Völker gewidmet ist. Terfa Dibaba von Beruf Pädagoge, studierte in Göttingen und Osnabrück. Februar 1979 musste er mit seiner Familie aus Oromia fliehen. Seither lebt er in Deutschland. 1985 gründete Terfa Dibaba mit deutschen Freunden die Hilfsorganisation der Oromo Relief Association (H-ORA).

Zur Ausstellung: Die Ausstellung berichtet auf 22 Bildtafeln von: der Geschichte der Oromo; Eroberung, Unterdrückung und Widerstand; der traditionellen Einteilung der Zeit; den Landschaften in Oromiyaa; Subsistenzwirtschaft, Handel und Handwerk; der ökonomischen Situation Oromiyaas; dem traditionellen Glauben an Waaqayyo; der Arbeit der Oromo Relief Association; den Religionen in Oromiyaa; dem Lebensweg dreier Frauen. Weitere Informationen: www.Forum-der-Voelker.de

Oromo – in Europa haben viele Menschen noch nichts von den Oromo gehört. Sie trinken ihren täglichen Kaffee, ohne zu wissen, dass Oromia das Ursprungsland des Kaffee ist. Menschen in Oromia bauen seit Jahrhunderten Kaffee an und treten über dieses Produkt in Verbindung mit der Welt. Sie bleiben dennoch unsichtbar, verschwinden hinter der Geschichte der Herrscher: dem kolonialen Kaiser Haile Silasse, dem Militärdiktator Mengistu Hailemariam, dem ungewöhnlich modernen Diktator Meles Zenawi. Alle berichten von den Herrschern, von den Beherrschten ist selten die Rede.

Im Vielvölkerstaat Äthiopien mit 80 Millionen Einwohnern sind etwa 40% der Bevölkerung Oromo. Wie in den vergangenen Jahrhunderten werden Oromo systematisch ausgebeutet und unterdrückt, ihrer Selbstbestimmung beraubt. Den äthiopischen Herrschern kommen dabei stets ausländische Mächte mit eigenen Interessen zu Hilfe. Haile Silasse hatte die Unterstützung des British Empire, Mengistu Hailemariam wurde der Rücken durch die Sowjetunion gestärkt, Meles Zenawi nun steht bei der US-Regierung und der EU hoch in der Gunst – als so genannter stabiler Faktor am Horn von Afrika.

In der Öffentlichkeit werden Jahr für Jahr Bilder aus Äthiopien vermittelt, Bilder von Elend, Hunger, Krieg, Dürre, von Flüchtlingen und Vertriebenen. Die Frage nach den Ursachen wird selten gestellt: Was führt dazu, dass Menschen hungern? Warum müssen sie ihr Land verlassen? Weshalb werden ihre Menschenrechte trotz internationaler Beobachtung mit Füssen getreten?

Aus Europa, USA und China fließen heute Millionen Euro als Entwicklungshilfe nach Äthiopien. Die vergangenen Diktaturen haben finanzielle Hilfe häufig genutzt, um ihren Machtapparat auszubauen und sich selbst an der Macht zu halten. Das waren Steuergelder von gut meinenden Helfern. Sowohl die Waffenlieferungen der Regierungen als auch die Getreidelieferungen der Humanitären Hilfsorganisationen haben die Bevölkerung in ihrer schwachen Position gehalten. Wenn wir also Bilder von elenden verhungernden Menschen am Horn von Afrika sehen, müssen wir fragen: Wo sind die Spendengelder geblieben? Wo gehen die Entwicklungshilfegelder tatsächlich hin? Und wir sollten uns heute nicht mit Schlagworten wie „Anti-Terror-Kampf“, Demokratisierung oder auch Liberalisierung der Märkte abspeisen lassen.

Museum Forum der Völker
Melsterstraße 15
59457 Werl

Telefon 02922/2635
Telefax 02922/85655

Internet: http://www.Forum-der-Voelker.de

 

Öffnungszeiten

Dienstag – Freitag 10-12 Uhr, 14-17 Uhr
Samstag / Sonntag 14-17 Uhr

ORA Oromo Relief Association in der Bundesrepublik Deutschland e.V.
Hilfsorganisation des Oromo-Volkes
c/o Terfa Dibaba
Ströhenweg 14
27753 Delmenhorst
Tel: 04221-55059

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One thought on “Terfa Dibaba: Die Oromo’s – Ausstellung im Werler Museums Forum der Völker

  1. Hallo Terfa, ich weiß nicht ob ihr euch noch erinnern könnt, aber ich war für die Oromos 1985 von Jan. – Dez. und vom Mai 86 – Feb.87 im Sudan ( Ed Damazin,Yabus, und Kartum )

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