Berichterstattung zum Africa-Cup 2008


„Der Afrika-Cup wird in der den deutschen Medien weiter eher stiefmütterlich behandelt. Zumeist taugen die Ergebnisse vor allem als genehmer Lückenfüller in der Rubrik “Sport in Kürze”. Dass man da kaum über das Niveau von Ergebnisdiensten hinaus kommt, versteht sich. In der überregionalen Presse hingegen wird hier und da zumindest mal ein wenig mehr Platz eingeräumt: Vor allem, um bestehende Vorurteile über den afrikanischen Fußball zu pflegen, besonders gern illustriert am Beispiel deutscher Trainerschicksale“, schreibt WordPress Blogger Moritz Meyer in seinem Blog

Und weiter
Zugegeben: Dass was Berti Vogts und Trainer-Nobody Reinhard Fabisch derzeit durchmachen, scheint mal wieder das zu bestätigen, was man über afrikanischen Fußball allgemein zu wissen glaubt. Chaotische Verhältnisse, machthungrige Politiker und was so dazu gehört. Die Tage von Berti Vogts scheinen gezählt, nachdem die nigerianische Presse ihr vernichtendes Urteil über ihn gefällt hat. Gleich zweimal klärt uns die SZ über das Schicksal des bedauernswerten Vogts auf.

 

SZ über Vogts in Afrika
Vogts zum zweiten
Angenehmer Gegenpol dazu ist der Blog von Sportal.de: Er präsentiert Vogts wie man ihn kennt und weist damit zumindest darauf hin, dass Vogts sich mit dem Abenteuer Afrika evtl. selbst zuviel zugemutet hat.

Nicht besser ergeht es Reinhard Fabisch, der die Brocken in Benin gleich selber entnervt hinschmeißt. Fabischs Probleme sind aber größerer Natur. Nicht nur, dass ihm dubiose Manipulationsangebote gemacht wurden, muss er auch um die eigene körperliche Unversehrtheit fürchten. Welcher Trainer der Welt möchte seine Aufstellung vor einem wütenden Mob rechtfertigen müssen?

Doch ist dies das wahre Gesicht des Africa-Cups? Zumindest dürfen wir uns im zivilisierten Europa mal wieder in der eigenen geistigen Überlegenheit sonnen. Von solchen Zuständen sind wir ja meilenweit entfernt, oder oder oder?

Zumindest in Deutschland bleibt man jedenfalls verschont von tiefergehenden Analysen über den Zustand des afrikanischen Fußballs. Ein Porträt über ein paar aufstrebende Spieler? Eine Geschichte darüber, wie Ägypten oder Elfenbeinküste erfolgreich funktionierende Mannschaften zusammen stellen? Passt offenbar nicht ins Afrika-Bild der Sportpresse. Dass es anders geht, beweisen die englischen Kollegen. Beim Guardian findet man eine ausführliche und kompetente Analyse des Geschehens in Ghana. Einziger deutscher Journalist vor Ort scheint jedenfalls Daniel Theweleit zu sein, der nicht nur die SZ, sondern auch taz und Zeit mit interessanteren Geschichten versorgt. Von ihm war in der SZ zuletzt auch die Klage zu lesen, dass deutsche Fußball-Vereine den Wettbewerb sträflich vernachlässigen und damit nicht nur die Chance auf die Entdeckung von Talenten vernachlässigen, sondern auch dubiosen Spielervermittlern in die Hände spielen, die die jungen Fußballer billig, aber profitabel nach Europa verhökern.

Die Journalisten aus Deutschland tragen dazu bei, indem sie eine differenzierte Berichterstattung vom Kontinent der WM 2010 ebenso links liegen lassen.

Quelle: http://radiohexenkessel.wordpress.com/2008/01/29/africa-cup-revisited/

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