Die EU und die Schweizer Regierung haben eine neue TV Doku über potentielle schwarze Auswanderer in die Schweiz gestartet. Die TV Sendung ist, mit grossem Erfolg (!), bereits in Nigeria und Kamerun angelaufen: Am 20. November, in der Werbepause des Fussball-Länderspiels Nigeria : Schweiz (1:0), konnten sich alle Auswanderer-Fans in Nigeria auf den zweiminütigen Trailer der beliebten Sendung Goodbye Nigeria – Die Auswanderer freuen.


Das Storyboard:

Im Mittelpunkt der neuen Version von „Goodbye Nigeria! Die Auswanderer“ steht eine in sich abgeschlossene Auswanderergeschichte. Die Zuschauer erleben die zweiköpfige Großfamilie Adewale, die nach vielen Jahren ohne Arbeit und Perspektiven in die Schweiz auswandert. Sohn Christian will – hier der Unterschied zur VOX Serie- zunächst alleine, er hat leider keine erwachsenen Töchtern, keinen Schwiegersohn und keine fünf Enkelkindern-Kindsoldaten (möglicherweise ein Regiefehler) – in einem Ferienort in den Schweizer Alpen, ein neues Leben beginnen. Wird die Apenzeller Bergalm mit ihren knapp 30 Bewohnern der Großfamilie eine Zukunft bieten können???

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Intro
Ein netter älterer Herr sitzt gemütlich im Sessel in seinem netten Wohnzimmer daheim in Afrika. Das Telefon klingelt. Der Anrufer ist sein Sohn. Aus der Schweiz. Nachts, frösteln, kalt, nass, steht er in einer öffentlichen Telefonzelle.

Szene 1 – Wie wohnen Afrikaner in der Schweiz?
Der Dialog: „Bist Du gut angekommen? Hast Du eine Unterkunft gefunden?“, fragt der Vater besorgt. „Ja bei Freunden“, antwortet der Sohn. Er lügt, denn eingeblendet wird nun ein Bild eines moderigen Bretterverhaus, eines Schlaflagers unter einer Brücke.

(Aha, der Start ist riskant: Christian spricht weder Schwitzerdeutsch noch Deutsch, nur Englisch und Französisch, und hat daher keine Aussicht auf einen festen Job. )

Szene 2 – Wovon leben Afrikaner in der Schweiz ?
„Klappt es gut mit dem Studium?“, fragt der Vater. „Natürlich, ich habe mich an der Uni eingeschrieben“, sagt der Sohn. Wieder lügt er seinen Vater an: das eingeblendete Bild zeigt ihn als Bettler am Strassenrand und als Kriminellen gejagt von der Schweizer Polizei.

Abspann
Die Message im Abspann: „Glauben Sie nicht alles, was Sie hören. Weggehen bedeutet nicht immer ein besseres Leben“.

Zielgruppe
Am 20. November, in der Werbepause des Fussball-Länderspiels Nigeria : Schweiz (1:0), konnten sich alle Auswanderer-Fans in Nigeria auf den zweiminütigen Trailer der beliebten Sendung Goodbye Nigeria – Die Auswanderer freuen. Mit anderen afrikanischen Staaten – z.B. Kongo – steht der Sender derzeit in Verhandlung! Die Sendung wird mit Printbroschüren begleitet.

Intention
„Wir haben die Verpflichtung, diesen Menschen aufzuzeigen, welche Folgen eine Flucht für sie haben kann“, begründet Eduard Gnesa, Direktor des Bundesamts für Migration (BFM), die Schockkampagne.

„Die Flüchtlinge sollen sich keine falschen Vorstellungen machen von der Schweiz. Wir haben keine Arbeit für diese Leute.“

Als weiteren Grund nennt Gnesa die Tatsache, dass jedes Jahr Tausende von afrikanischen Migranten auf der Flucht im Mittelmeer ertrinken. „Auch vor dieser Gefahr wollen wir sie warnen.“

Kosten
Laut Handelsblatt hat die Kampagne bisher 250.000 Euro Steuergelder gekosten. Für die Produktion ist die in Genf ansässige internationale Organisation für Migration (IOM) zuständig. Sie wird aus dem regulären Budget des Bundesamtes für Migration finanziert. An den Kosten beteiligt sich auch die EU über das so genannte Aeneas-Programm, das Projekte zu den Themen Immigration und Asyl in den Ländern des Südens fördert.

Und die Fakten
2006 sind aus Kamerun 105 und aus Nigeria 286 Asylbewerber in die Schweiz gekommen.
Der Grossteil der 2.800 afrikanischen Flüchtlingen, die 2006 in die Schweiz gekommen sind, stammen aus Eritrea und Somalia. „Das sind Deserteure, also Kriegsflüchtlinge und Flüchtlinge aus Ländern, in denen die Verletzung der Menschenrechte an der Tagesordnung sind.

Weitere Infos

Swissblacks: Aktuelle Ausstellung mit dem Titel “ Schwarze Menschen in der Schweiz – eine sichtbare Realität“, eine Aktion, die die tatsächliche Lebenssituation Schwarzer Menschen in der Schweiz dokumentiert und zum Abbau des anti-schwarzen Rassismus in der Schweiz beitragen möchte. Mehr: www.swissblacks.ch

Quellenhttp://www.swissinfo.ch
http://www.handelsblatt.com

http://www.bfm.admin.ch

http://www.iom.int

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