Arte: Visions – Afro Deutsch 4.11.2007 / tracks


Die Sendung tracks auf arte feartured 2 afrodeutsche Künster, Tyron Ricketts mit seinem autobiographischen Film „Afrodeutsch“ und Onejiru / “Sinfonie aus der Neuen Welt” .

Tyron Ricketts / afrodeutsch
Tyron Ricketts ist Schauspieler und wohnt in Berlin. Tyron, geboren in Österreich und in Deutschland aufgewachsen. Im neuen Film mimt er den Manager aus Ghana. Ein Leben als Schwarzer in Deutschland: Hautfarbe spielt zum Glück nicht immer eine Rolle.

Tyron Ricketts: “Das Schöne ist, es ist ja nicht dauernd ein Thema, also in meinem Freundeskreis gibt es das nicht. Und es gibt viele Menschen, die sich auf einer Bewußtseinsebene befinden, da ist das kein Thema. Traurig ist es, wenn man halt wieder sich auseinandersetzen muss zum Beispiel mit den Medien oder jetzt in meinem Beruf als Schauspieler, den ich mir gewählt hab, wenn ich mich freue, wow, ne Rolle, 20 Drehtage, und dann schlag ich das Drehbuch auf und fall aus allen Wolken, weil da so viele Klischees, Rassismen und dumme Ideen drin stehen, dass ich mir denke, ej, haben wir 1935?”

Den ersten schwarzen Nachrichtensprecher gibt es noch nicht. Genausowenig wie eine angemessene Sprache in den Medien. Tyrons Firma Panthertainment vermittelt schwarze Schauspieler. Und versucht, Regisseure auf den richtigen Weg zu bringen. Klischeehafte Rollen werden nicht gespielt: Der Schwarze, der im Käfig tanzt: Keine Chance! Panthertainment produzierte den autobiographischen Film „Afrodeutsch“:

Tyron: “Der Film „Afrodeutsch“ ist aus drei Sichtweisen erzählt. Einmal, wie ich’s als kleines Kind gesehen hab, wo ich so ein bisschen hilflos war dem ganzen gegenüber, dann als junger Erwachsener, wo ich gemerkt habe, ok, ich hab jetzt zwei Möglichkeiten, entweder, ich mach da mit und bin dadurch erfolgreich und anerkannt.
Der Positivrassismusmeister nutzt Klischees zu seinem Vorteil: Ich sag nicht, dass das die richtige Lösung ist, damit umzugehen. Also viel schöner wäre es, wenn man sich gar nicht damit auseinandersetzen müsste. Aber in meinem Lebensabschnitt, den ich da mit dieser Textstelle beschreibe, war das mein Weg, meine Lösung, damit umzugehen.”

Onejiru
Mit 13 Jahren verlässt Onejiru Kenia gen Deutschland. Heute ist sie Frontfrau bei Matthias Arfmanns Turtle Bay Country Club. Dub trifft auf Klassik, Englisch auf Suaheli. Dvoraks „Sinfonie aus der Neuen Welt“ in Neu-Bearbeitung. Darin verwoben: Ein Lied, das Onejirus Großmutter am Lagerfeuer sang. In der neuen Welt – in Deutschland – hieß es: Zeige mir deine Hautfarbe und ich sage dir, wer du bist.

Onejiru: “Ich bin nicht von selber auf die Idee gekommen, mir selbst klarzumachen, dass ich schwarz bin, sondern das ist eigentlich mehr von außen an mich heran getragen worden.”

Die Musikbranche ist garantiert nicht klischeefrei. Sie erwartet eine geklonte Soul-Lady. Und keine Onejiru, die alle Klischees und Schubladen kuzerhand in Grund und Boden tanzt. Onejiru und weitere afrodeutsche Musikerinnen gründeten Sisters e.V.. Die Schwestern reden mit Schülern über Rassismus. Und über die Erfahrung, teilweise fremd im eigenen Land zu sein. So galt Onejiru im Studium oft nur als die exotische Quotenafrikanerin.

Fazit: Deutsche Kultur – viel mehr als nur weiß.

Ansehen

“Sinfonie aus der Neuen Welt” interpretiert von Onejiru
Den Film “Afrodeutsch” sehen

Quelle u. Autorin: Arte / Eine Reportage von Annika Seiffert

http://www.arte.tv/de/kunst-musik/tracks/a-z/689128.html

Links
Onejiru – http://www.onejiru.de/
Turtle Bay Country Club – http://www.turtlebay.de/
Sisters Keepers – http://www.sisters-ev.de/

Tyron Ricketts – http://www.afro-deutsch.de/tyron.html
Panthertainment – http://www.panthertainment.de/
Afrodeutsch – http://www.afro-deutsch.de
Interview mit Tyron Ricketts – http://www.hiphopsite.de

Advertisements