Schwarze Community in Istanbul / Türkei – Die Nerven liegen blank


Ein lesenswerter Bericht über Situation Schwarzer Menschen, speziell afrikanischer Einwanderer, in der Türkei, ist dieser Tage im online Magazin “Karawane” erschienen. Anlass ist der gewaltsame Tod des Nigerianers Festus Okey auf einer Polizeiwache in Istanbul.

Auzug:

Dieses mal wurde auf der Polizeiwache von Istanbul Beyoglu, die als “Folterwache” bekannt ist, ein Mord verübt. Der nigerianische Migrant Festus Okey wurde am 20. August, kurz nachdem er festgenommen wurde auf der Polizeiwache ermordet. Die Polizei ging auf Afrikanerjagd in Taksim und verwandelte Beyoglu in ein KZ.

Mamaria Oga, die mit Festus Okey gemeinsam festgenommen wurde, berichtete so über den Mord:”Kurz nachdem wir auf die Polizeiwache gebracht wurden, wurde Festus Okey ins fünfte Stockwerk gebracht. Man hörte Schreie und Pistolensalven. Danach kam ein Polizist zu mir und sagte `dein Freund ist tot´.

In Istanbul Beyoglu wurde die Folter und die schlechte Behandlung zur “Normalität” gemacht. Mit der Veränderung die an dem Gesetz über die Aufgaben und Befugnisse der Polizei (Polis Vazife ve Selahiyet Kanunu) vorgenommen wurde, hat die Folter in Istanbul Beyoglu einen Gefährlichen Zuwachs vezeichnet. Zuletzt hat ein Jugendlicher wegen der Folter seine Gallenblase verloren.

Die Aktion zur Verbrüderlichung hat “die Farbe (den Charakter d.Ü.) der Sache verändert”

Die Ermordung von Okey hat die demokratischen Einrichtugen in Bewegung versetzt. Die ertse Reaktion zu der Ermordung kam von der Sozialistischen Platform der Unterdrückten ESP. Die ESP hat mit ihrer Presserklärung vom 31. August, die sie vor dem Gymnasium von Galatasaray abgehalten hat, gegen die schlechte Behandlung von Migranten und den Rassismus protestiert und die Anklage gegen die mordenden Polizisten verlangt.

Die Aktion, an der es eine Hohe Teilnahme von nigerianischen Migranten gab, hat die ansässigen Polizisten von Taksim sagen lassen, dass sich ” die Farbe der Sache verändert” hat. Ein Polizist, der es gewohnt ist die ESP´ler zu sehen, hat einem Journalisten über, als er sah dass auch nigerianische Migranten den Platz von Galatasaray füllen, gestanden, dass “sich die Farbe der Sache verändert” hat.

Die Nigerianer, die schwarz gekleidet waren und die Fotos von Festus Okey an ihre Kragen gehäftet hatten, verlangten mit den Sozialisten hinter dem gleichen Transparent und mit den Fahnen der ESP in den Händen, Gerechtigkeit. Die Parole “die Würde

des Menschen, wird die Folter besiegen”, riefen sie mit großer Wut empor.

ESP: die Mörder von Festus Okey sollen angeklagt werden

Bei der Aktion, die sich in ein Verbrüderungstreffen verwandelte, wurde das Transparent: “Festus Okey wurde auf der Poliziwache von Beyoglu ermordet. Seine Mörder sollen angeklagt werden” getragen. Der Sprecher der ESP Ersin Sedefoglu sagte in der Erklärung, dass von der Polizeiwache von Beyoglu, auf der die Folter angestiegen ist, jetzt auch Todesnachrichten kommen.

Sedefoglu der sagte, dass die Mörder von Festus die Polizisten von der Polizeiwache in Beyoglu und die AKP Regierung seien, die diesen die Befugnisse dazu geben, verlangte, dass: “Die Polizisten, die Festus in Gewahrsam erschossen, bestraft werden, die Polizeiwache von Beyoglu, die zu einem Folterzentrum geworden ist geschlossen wird und das Gesetzt über die Aufgaben und die Befugnisse der Polizei, abgeschafft wird.”Die Frau des in Haft ermordeten Gewerkschafters Süleyman Yeter, welcher bei der DISK/Limter-IS Bildungsbeautragter war, die Vorsitzende der Tekstil- Sen Ayse Yumli Yeter, sagte in ihrer Rede:” Der Migrant Festus Okey hat uns wieder einmal gezeigt, dass der Staat weiter macht mit der Folter. Folter wird in diesem Land systematisch durchgeführt und ist eine Staatspolitik.”

Sie sind der schlechten Behandlung und dem Rassismus ausgesetzt
Bei der Aktion, auf der die Parolen:”Die Würde des Menschen wird die Folter besiegen”, “Nein zum Rassismus, es lebe die Brüderlichkeit der Völker” und “die Mörder von Festus Okey sollen angeklagt werden”, gerufen wurden, hielt für die nigerianischen Migranten Iswe Iswe eine Rede. Iswe die sagte, dass sie in Istanbul unter sehr schweren Umständen leben, fügte hinzu, dass sie schlechter Behandlung und Rassismus ausgesetzt sind. Iswe teilte mit, dass sie alle sehr traurig wegen des Todes von ihrem Freund seien.

Istanbul wurde am besten wärend des Papstbesuchs Zeuge dieser nackten rassistischen Behandlung. Es wurde schon fast wieder das Sklaventum zum Leben erweckt.
Die afrikanischen Migranten, die unter Zwang aus ihren Wohnungen getrieben, in das Polizeirevier von Gaziosmanpasa gebracht wurden, mußten eine Woche lang unentgeldlich und unter Zwang der Polizei verschiedene Arbeiten verrichten.

Das UN- Flüchtlingskommissariat hat Informationen angefordert

Auf der anderen Seite machte der Menschenrechtsverein IHD in Istanbul am 3.September eine Presseerklärung vor dem Polizeirevier von Beyoglu. Das Hohe Kommissariat für Flüchtlingsfragen der Vereinten Nationen hat um Informationen von der Regierung gebeten.

Artikel übersetzt aus der Wochenzeitung Atilim /Ausgabe vom 8.September 2007. Quelle: http://thecaravan.org/

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Ein fast unbemerkter Tod

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