13.9.07 Denkmal für ein afrikanisches NS-Opfer Mahjub bin Adam Mohamed (Bayume Mohamed Husen)


Termin Verlegung und Enthüllung des ersten „Stolpersteins“ für ein afrikanisches NS-Opfer. Am 13. September 2007 verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig den Stolperstein vor dem letzten Wohnhaus von Mahjub bin Adam Mohamed (Bayume Mohamed Husen) in der Brunnenstraße 193 in Berlin-Mitte. Die Verlegung wurde vom Kölner Verein KopfWelten initiiert und die Patenschaft über den Stein vom Verein übernommen. Unter großer Beteiligung wurde der Gedenkstein am Freitag, den 14. September feierlich enthüllt.

Zur Person Mahjub bin Adam Mohamed (Bayume Mohamed Husen)

Mahjub bin Adam Mohamed wurde am 22.4.1904 als Sohn eines sudanesischen Söldners in Deutschen Diensten in Daressalam geboren. Schon als Zehnjähriger meldete er sich bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs freiwillig zur „Schutztruppe“.

Er kam 1929 nach Berlin, da aus seiner Dienstzeit in der Schutztruppe noch immer Soldzahlungen ausstanden. Damit hatte er jedoch keinen Erfolg. Um einer Ausweisung zu entgehen, nahm er eine Anstellung als Kellner in der „Wildwest-Bar“ des „Hauses Vaterland“ in Berlin an und heiratete 1932 eine Sudetendeutsche, mit der er drei Kinder bekam.

1933 wurden nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten die deutschen Pässe Husens und seiner Frau durch Fremdenpässe ersetzt, die sie als staatenlos auswiesen. 1934 spielte er erstmals in einem Film (Die Reiter von Deutsch-Ostafrika) die Rolle des treu ergebenen Askari.

Ab 1935 unterrichtete er am „Seminar für Orientalische Sprachen“ der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin Beamte in Kiswahili, die für eine spätere Wiedererlangung der deutschen Kolonien durch das Deutsche Reich gewappnet sein sollten.

Im Jahr 1941 war er wieder an der Seite von Hans Albers im Propagandafilm Carl Peters als Askari zu sehen. Doch im August des selben Jahres wurde er von der Gestapo wegen eines Verhältnisses mit einer „Arierin“ verhaftet und im September unter dem Vorwurf der „Rassenschande“ ins Konzentrationslager Sachsenhausen eingeliefert. Unter Druck musste er seine Ehe scheiden lassen. 1944 starb er im KZ Sachsenhausen.

Quelle: Wikipedia.de und Verein Kopfweltenhttp://www.kopfwelten.org/aktuelles/

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