In einer Rede anlässlich des Memorial Days erinnerte Barack Obama an die Befreiung der deutschen Konzentrationslager, und hatte dabei das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz mit dem KZ Buchenwald verwechselt. Das KZ Buchenwald (bei Weimar) war eines der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden und wurde im April 1945 durch die US Army befreit. Obamas Grossonkel Charlie Payne war als Soldat an der Befreiung von Häftlingen eines Aussenlagers beteiligt. Untern den Buchenwald Häftlingen befandt sich als einziger Schwarzer der damals 15-jährige Gert Schramm.
Bielefeld? Bielefeld liegt irgendwo am Rande von NRW, östlich, irgendwo dort, wo es Städte gibt, die Lippe, Paderborn, Lemgo, Höxter oder so ähnlich heissen. Orte, die jeder Afro, denkt man, eigentlich sobald sie/er 17 und 1/2 ist, fluchtartig verlassen müsste. Alles falsch:
Am 20. März wird in Bielefeld die Ausstellung Homestory Deutschland - Schwarze Biografien in Geschichte und Gegenwart eröffnet, begleitet durch ein vierwöchiges, in NRW einmaliges Rahmenprogramm zur Schwarzen Deutschen Bewegung und Schwarzem Bewusstsein: Filme, Lesungen, Vorträge, Musik und Party - dabei sind u.a. Theodor Wonja Michael, Sheila Mysorekar aus Köln, Adé Bantu von den Brothers Keeper, Joshua Kwesi Aikins, Grada Kilomba und Noah Sow.
Berlin: Die Veranstaltung zeichnet die strukturellen Hemmnisse für Schwarze und People of Colour wissenschaftsgeschichtlich nach und diskutiert, wie erinnerungspolitische Debatten zur deutschen Kolonialgeschichte inhaltlich neu besetzt werden können. Es wird versucht, eine Verbindung herzustellen zwischen der Analyse von Weißen Ausgrenzungspraktiken in der Wissenschaft und praktischen Möglichkeiten, mit Rassismus und Kolonialismus in der deutschen Gegenwart umzugehen. Dies wird u.a. am Beispiel der aktuellen Debatte um die Umbenennung von Straßen mit Kolonialnamen vorgenommen.
Nayo Bruce, ein Afrikaner aus Aného (Togo), Schausteller von Beruf und nicht mehr ganz jung, zieht mit seinen vier Ehefrauen und einer Showtruppe zwanzig Jahre lang durch Europa. Dabei ist es ihm gelungen, sich von seinem deutschen Impresario zu befreien und das Unternehmen selbständig zu führen, bis zu seinem Tod am 3. März 1919 im Kaukasus. Auf dieser über zwanzig Jahre dauernden Reise werden dreizehn Kinder geboren.
Berlin. Unter dem Titel “african reflections” hat AfricAvenir International e.V. eine Sammlung von Artikel veröffentlicht, die sich mit kolonialen und rassistischen Denken und Handeln in Vergangenheit und Gegenwart auseinandersetzen. Aus dem Inhalt: Rosa Amelia Plumelle-Uribe: Von der kolonialen Barbarei zur Vernichtungspolitik des Nationalsozialismus. | Kum’a Ndumbe III.: Afrika in der NS-Planung eines groß-germanischen Reiches. | Katharina Oguntoye: Afrikanische Zuwanderung nach Deutschland zwischen 1884 und 1945. | Martha Mamozai: Frauen und Kolonialismus – Eine weibliche Variante des „Herrenmenschentums“. | Chandra-Milena Danielzik und Romin Khan: Statisten ihres eigenen Alltags. Townshiptouren in Kapstadt als Herausforderung für die Tourismuskritik. | Interview mit Susan Arndt: Ein Gespräch zur Kritischen Weißseinsforschung in Deutschland. | Daniel Bendix: Rezension - „Weißsein im Widerspruch“ von Eske Wollrad.
Der russische Dichter Alexander Puschkin (1799-1837) war der Urenkel eines Afrikaners. Um seine Herkunft ranken sich Mythen und Legenden. Die biographischen Zeugnisse sind lückenhaft und voller Widersprüche. Hugh Barnes folgt den Spuren des angeblichen Prinzen aus Abessinien, der als Sklave nach St. Petersburg kam und zum hochrangigen Militär, Diplomaten und Gelehrten aufstieg:
Aachen, 18.11.: In Aachen fand heute anläßlich des Volkstrauertags an den KZ-Gräbern auf dem Waldfriedhof eine Gedenkveranstaltung an die Opfer des Nationalsozialismus, insbesondere an Schwarze im KZ statt. Hauptrednerin war eine Vertreterin der Intitiative Schwarze Deutsche und schwarze Menschen in Deutschland (ISD).
Foto: Jean (Johnny) Voste, Überlebender des KZ Dachaus
Marianne Bechhaus-Gerst:Treu bis in den Tod. Von Deutsch-Ostafrika nach Sachsenhausen. Eine Lebensgeschichte. Die Lebensgeschichte des “Askari” Mahjub bin Adam Mohamed (alias Mohamed Husen: Der Sudanese Mahjub bin Adam Mohamed ließ sich 1914 als Söldner der Kolonialtruppe in Deutsch-Ostafrika, dem heutigen Tansania, anwerben. 1930 kam er als Kolonialmigrant nach Deutschland. Er spielte in den dreißiger Jahren kleinere Rollen in mehr als 20 Spielfilmen. Trotz der Bedrohung durch das nationalsozialistische Regime blieb er im Land. 1941 wurde der Unbequeme zum Schweigen gebracht, indem man ihn ohne Prozess in das KZ Sachsenhausen einwies, wo er drei Jahre später starb.
1905 bis 1907 führte die deutsche Kolonialverwaltung im Süden des heutigen Tansania, dem damaligen Deutsch-Ostafrika, den »Maji-Maji-Krieg«, einen blutigen, bis zu 300.000 Opfern fordernden Krieg zur Niederschlagung der Unabhängigkeitsbestrebungen vieler tansanischer Völker.
Ist eine gemeinsame Erinnerungskultur möglich? Zum 100. Jahrestag des Endes des Maji-Maji-Aufstands in Deutsch-Ostafrika / Tanzania. Referenten/Gäste: Prof. Dr. Horst Gründer, Historiker, Münster, Fr. Aristarki Tarimo, Theologe, Rombo/Tansania
“Politik der verbrannten Erde”
Stellenwert in der deutschen Kolonialgeschichte
Ein weißer Fleck im deutschen Geschichtsbewußtsein?
Verlegung und Enthüllung des ersten „Stolpersteins“ für ein afrikanisches NS-Opfer
Am 13. September verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig den Stolperstein vor dem letzten Wohnhaus von Mahjub bin Adam Mohamed (Bayume Mohamed Husen) in der Brunnenstraße 193 in Berlin-Mitte. Die Verlegung wurde vom Kölner Verein KopfWelten initiiert und die Patenschaft über den Stein vom Verein übernommen. Unter großer Beteiligung wurde der Gedenkstein am Freitag, den 14. September feierlich enthüllt.