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Nur mal so eine Anmerkung

Mal ein kurzer Zwischenruf: es wird ja langsam zur Gewohnheit bei einigen, hier selbstgeschriebene Atteste einzureichen: “ich bin schwul und kann deshalb kein Rassist sein”. Auch wenn sowas im Bundestag durchgeht, hier nicht!!!

Natürlich kann man Schwul sein und Rassist sein. Punkt.

(Oder, ein Fall aus Düsseldorf von letzter Woche, “Dr. Sommer, mein  Halbbruder ist nämlich schwarz und in der Familie haben wir eine Afrikanerin, deshalb kann ich kein Rassist sein”.

Natürlich Gabi, Du kannst “Halbschwester eines Schwarzen mit einer guten Freundin, die 2 Kindern hat, die sogar schwarze Spielkameraden haben” sein und RassistIn sein, geht auch prima beides, mach dir keine Sorgen, Du darfst sogar weiter nach Mombasa fahren und kannst trotzdem RassistIn sein…)

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Der Friseursalon Blues

Von Starlette: Meine Friseurin ist im Urlaub, bis…keine Ahnung wann. Suche Fiseurin in NRW (Köln am liebsten) mit Erfahrung:

  • die meine Haaare nicht überglättet (!!!)
  • die nicht die bereits geglätteten Haare nochmals glättet
  • die mir nach dem Glätten die Produkte gut rauswäscht
  • die mir eine gute Kur gönnt und
  • eine schöne Frisur macht (Glätteisen)
  • die auch nicht teuer ist (etwa 25 Euro).

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Zwischen Berlin – Marzahn und Kreuzberg

“Schwarze Ansichten” – als Afro-Deutsche zwischen Marzahn und Kreuzberg / Von Unbekannt. 2002.

1995 war ich das erste Mal in Kreuzberg.

In den betonernen Plattenbauschluchten von Marzahn großgeworden und als Schwarze Deutsche allzu vertraut mit der dumpf kalten Wort- und Schlagkraft vieler „armer, orientierungbedürftiger“ Jugendlicher, erlebte ich Kreuzberg wie in einer Art befreienden Schockzustand.

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Ich weiß gar nicht mehr, was mich dazu brachte, dorthin zu fahren – ich hatte „zu Haus“ nicht unbedingt Verheißungsvolles gehört. Nachbarn – entfernte Bekannte meiner Mutter – hatten mal zwischen Stulle und Bier was von nem „ausländerverseuchten und asozialen Ort“ erzählt, „nichts für Kinder und Frauen“.

Das war kurz nach der Wende gewesen, wenige Monate nachdem zwei ältere “Kurzhaarige” mir in der Nähe meines Wohnblocks sehr deutlich vermittelt hatten, ich – wobei sie mich hier unter leidenschaftlichen Gesten mit dem N-Wort ansprachen – solle mich nicht mehr in „ihrer Marzahner Jejend uffhalten, kapiesche – det würde mir schwarzer Schlampe ja nich jut bekommen.“

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Shades of Brown

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Die Story zur Story. Ein Karikaturenstreit um Tragedy Hundehege-Akinnuoye Ex-Freund

Die Realität des bundesdeutschen Alltagsrassismuses finde ich ist schon manchmal so irreal, das ich mir wie ein Zuschauer eines super langwierigen Theaterstücks vorkomme, bei dem man sich fragt, wann denn endlich der Vorhang fällt. Oder wie eine schrille Satire, von besonders hämischen Autoren in der Sauna erdacht.

Das allerdings Figuren aus einer Satirestory, aus meiner eigenen Blogsstory, jemals “for real” werden, da wäre ich nie draufgekommen. Hoffe nur, das nicht Dr. House aus der Flimmerkiste mal an den TV Schirm klopft und sich mit auf die Couch setzt und die Chips knabern will….

Es geht um die Story Meine allerbeste Freundin fährt zum Black History Month, in der eine Old School Black Community Aktivistin namens Tragedy Hundehege-Akinnuoye aus Castrop-Rauxel, die Karneval hasst, keinen Freund hat, per Mitfahrzentrale zum “Black History Month” nach Berlin fahren möchte. Das steht schon seit Februar hier so im Blog.

Ein “Black History Month” (BHM) wurde tatsächlich im Februar in Berlin veranstaltet, u.a. vom Verein ISD (Inspired Community), aber auch von einem Institute for Cultural Diplomacy (ICD) und der Bundeszentrale für Politische Bildung (BPB).

Die Story jedoch ist fiktiv (erdacht). Tragedy Hundehege-Akinnuoye ist nie wirklich zum BHM gefahren, weil es Tragedy Hundehege-Akinnuoye nicht gibt. Nicht in Castrop-Rauxel und auch nicht in München. Sie ist eine Fiktion. Eine Satire. Also nicht das Telefonbuch von Castrop-Rauxel wälzen und irgendwo anrufen, wenn ihr Single seit. Auch nicht in der Jugendherberge von Ribnitz-Damgarten zum Bundesbegattungstreffen des Black Muffins Movements einbuchen. Ist Euch das jetzt klar?!! Es steht aber sicherheitshalber immerschon nochmal drunter. Im Abspan.

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My Facebook friend sacrificed me.

16.3. Eine wahre Begebenheit: Facebook Fan bin ich eigentlich schon länger, erst konnte ich gar nichts damit anfangen, hab’ nur mitgemacht, weil ich eine Einladung von Meine Allerersten Virtuellen FreundIn bekam, dann steigerte ich mich langsam. Wie addicted Facebook macht, merkte ich allerdings erst, nachdem Meine Allererste Virtuelle FreundIn  mich aus ihrer Facebook FreundIn Liste gestrichen hat.

Beziehungsweise, ich merkte es nicht gleich sofort,  denn es ist jetzt nicht direkt so, das man Facebook FreundInnen privat jemals treffen würde -  obwohl -  ich hatte ihr letztes Jahr schon mal was an ihre Pinwand geschrieben. Also, nachdem mir ihre Abwesendheit von meiner Facebook FreundIn Liste dann auch mal aufgefallen war, habe ich alles Erdenkliche versucht, um “es” irgendwie wieder hinzubiegen:

ich war – wie ausgewechselt – auf einmal super nett zu ihr & hab’ sie täglich digitalst zugetextet, wollte ihr cybermässig neue Facebook FreundIn(s) vorschlagen und die angesagtesten Facebook Gruppen mit ihr teilen. Nö, sie bliebt da eisern und konsequent – per email: Facebook Menschen aus Black Europa, der Black German Society o.ä. würde sie selber kennen … und bessere, die auch mit Sade Adu connected wären, in Metropolen wie London wohnen und/oder in Nigerian Pidgin mit ihr chatten würden. Wo nicht nur Facebook Frauen in der FreundIn Liste stehen, sondern auch mal Facebook Männer. Halt nich so intellektuell.

Und sorry, sie wäre im übrigen jetzt “for real” unterwegs.

Dann musste ich erstmal durch eine ziemlich reale Wut Phase durch und hab’ ihr haarklein alles was ich sowie schon immer mal gesagt haben wollte, richtig schön sortiert und numeriert,  aufgelistet und, natürlich per eMail Nachricht, zustellen lassen. Und dabei F… I don’t want you back…” gesungen.

Half prima.

Aber eben auch nur kurz.

Autsch. Ich bin ein kleines Häufchen Elend. Ich bin verlassen worden.

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Meine allerbeste Freundin fährt zum Black History Month

Hinweis: Die Story ist eine fiktionale Erzählung, siehe Abspann

Schwerer Absturz beim Vorstand des Vereins „Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland“ (ISD) Herrn Tahir Della (“Der Affenstreit von Dresden“) nach Lektüre dieser Story. Er schrieb, mal wieder, eine Protestnote an den Blog, in der er im O-Ton: “den Betreibern dieser Seite (sei) ans Herz (ge)legt das sie mit ihren Ausfällen und Polemiken gegen die ISD bzw. ihrer Vertretern, ihre eigene Arbeit einen unseriösen Touch gebe ….” siehe unten…

Letzte Woche rief mich nach langer Zeit mal wieder meine allerbeste Freundin Tragedy Hundehege-Akinnuoye aus Castrop-Rauxel* an. Es war wieder so ein richtiges Frauengespräch: sie wäre total frustriert und hätte schon seit 10 Jahren nicht mehr… Ich: “Nee, echt. Aber das jährliche Bundesbegattungstreffen von Deinem Verein “Das Black Muffins Movement” ist doch bald wieder, ist doch nicht mehr lang hin bis August in der Jugendherberge. Die paar Monate steckst Du doch locker weg.” “Nee”, sagt sie, wegen der Kinder und dem teuren Hundefutter, könne sie sich das schon lange nicht mehr leisten, da hin zu gehen. Ich: “Oder komm doch mit zur Karnevalparty?” Sie: “Igitt, wie schrecklich, die aufgesetzte rheinländische Fröhlichkeit. Das könne sie gar nich ab.” Ich: “Na dann, fahr doch zum Black History Month nach Berlin, Inspired Community, Eiri und so, das ist doch was für dich, oder?” “Super, hätte sie sich auch schon überlegt, aber die Chihuahuas?” “Kein Problem, ich komm dann sofort und pass die paar Tage auf deine 34 Chihuahuas und die Kinder auf. Tragedy, Du ich freu’ mich total drauf.

Wir haben uns ja auch erst 25 Jahre nicht gesehen und du bist ja auch immer so hilfsbereit und herzensgut, wohnst erst kurz da in Castrop Rauxel und hast sonst weiter keine Familie im Nahbereich. Du würdest ja auch anreisen, um mal mit meiner Nichte Plätzchen zu backen, wenn ich ein Projekt habe.”

Ich fuhr also sofort los, hielt kurz auf einen Kaffee bei Agnoli auf der Schlosstrasse … als ich dann abends bei ihr ankamm, war sie schon total dicht, hatte aber gepackt. Ihr Schlafkissen mit dem grossen, aufgenähten “X” und die Isomatte lagen neben der Tasche, ihr Reisepass lag auf dem Tisch. “Den Pass brauchst du gar nich mehr, Alte, die Berliner Mauer is ja weg, seit ‘ne paar Jahren schon” update ich sie kurz. Sie: “Dat is aber suuper, das hätte sie gar nich so mitbekommen, weil sie schon länger kein Fernsehen mehr anmacht, dat is ja ein weisses Mehrheitsdominanzkackmedium.”

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Frauenthema VersagerIn

relaxer… mal ehrlich, Queerfeminismus – da weiss ich gar nicht erst, was das ist; fatanda kenne ich gar nich und überhaupt, die ganze Rassismus Thematik geht mir irgendwie am Axxxh vorbei. Denn seit Anfang dieser Woche habe ich nur noch ein Thema: Haare (Braids aufmachen…). Und “Haare” sind so ziemlich das einzige Frauenthema, bei dem ich als Frau ansatzweise mitreden kann.

Ansonsten bin ich nämlich eine elende Frauenthema VersagerIn:

Sonntags zum Beispiel, Thema Kuchenrezepte: schnell stopf’ ich mir ein riesen Stück vom Russischen Schlupfkuchen in den Mund. Bloß nix gefragt werden.

Die neue Handtaschen Kollektion, ganz, ganz schwierig. Nächstes Thema.

Bei “mein Ex ist arbeitslos und will die 2.000 Euro Unterhalt nicht mehr zahlen, ich soll arbeiten gehen, die Kinder sind doch erst 12?” versuche ich es mutig mit: “Mhm, mach mal ne’ SWOT Analyse und dann – go for the opportunities”.

Und schnell noch ein Stück Kuchen nachschieben, um bei “meine Brüste waren ja vor der OP Tütchen, kennste das nich?”, nicht wieder übelst aufzufallen mit “operativ gut umgesetzt die Massnahme, aber warum poppt die eine deiner zwei Brustwarzen jetzt oben raus?” (Frag’ ich mich heute noch).

Da bete ich meistens aber auch schon leise vor mich hin, und wische mir die schweissfeuchten Hände an meiner verwaschenen Jeans, das hoffentlich nicht das EINE Thema ran kommt. Was dann letztendlich doch immer unvermeidbar ist: “Du, meine Vagina ist eine Turnhalle, ich brauche ihn in XXL Konsistenz…”

Aber schnell zurück zum Thema Haare. H-A-I-R. Das geglättete Afro Haar. Da bin ich viel souveräner!

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What happend to Kwanzaa?

Das die Obama’s jetzt in Hawaii baden gehen, wo die doch aus Kenia herkommen, müssten die nich’ eigentlich gerade Kwanzaa feiern? Sind Umoja, Kujichagulia, Ujima, Ujamaa, Nia, Kuumba und Imani, die 7 Values, nicht mehr angesagt?! Kwanzaa war gestern. Schade eigentlich.

kwanza-ronkarengaOk, die biographischen Details des Kwanzaa Erfinders, des Ehrenwerten Doktors Maulana Ron Karenga, war vielleicht schon etwas irritierend… Aber es war doch immer so schön “real”: nach dem Gänse-Essen bei Tante Erna unterm Tannenbaum (“Kind, sooo schwarz bist du doch gar nicht”), schnell nach Hause. Eben schnell stundenlang die Extensions aus den Haaren gekniebelt. Das red-black-and-green Hüfttuch aus dem Thailand Urlaub um den “natural hair” Kopf geschlungen, und Rory aus dem Afroshop sicherheitshalber gefragt, ob sie DAS wohl bitte noch mal richtig binden könnte.

Und, ob sie mal ihre Kinder ausleiht. Den Kids dann eingeblaeut, das sie ab sofort Jamal-mein-Stammhalter und Aisha heissen, wass ja auch viel cooler ist als Toby und Mimi, und bitte, bitte nicht mehr braun oder schoko sondern afro-deutsch und conscious sind, und vor allen Dingen, das ich ab sofort und ausschliesslich mit Sista Nubia oder alternativ mit Mama Afrekete anzureden bin, aber auf keinen Fall mit einem läppischen “Tante” oder, noch schlimmer, “das ist ja gar nicht meine Mama”.

Nur leider sah frau so gar nicht aus wie Nubian Queen. Mangels Oberweite und/oder Körpergrösse ging das mit Rory’s Kente Gewand wohl eher in Richtung Kleiner Muck los …Losfahren? Ops. Ins Cabrio passten nur entweder der Topf mit dem OriginalVegiePlantainsSojamilchSoulfood oder Jamal oder Aisha, und mit dem 5erBMW von Lutz vorfahren, geht gar nicht! Aber egal, auf zur Kwanzaa Feier des Schwarzen Bewusstseins der Schwarzen Diaspora in Deutschland!

Textrechte: (c) Blacknrw (ohne Bildrechte)

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16.5.2009