
Sheila Mysorekar ist Journalistin aus Köln (Politik/ Wirtschaft) und hat viele Jahre in der Karibik und Südamerika gearbeitet. Eine Auswahl ihrer Veröffentlichungen und die Kontakangaben unten
via TAZ: Ich bin keine Muslimin, keine Ägypterin und keine Apothekerin. Auf den ersten Blick habe ich nicht viel gemeinsam mit Marwa El Sherbini. Aber der Mord an ihr hat mich hart getroffen, und das Thema ist für mich noch lange nicht abgehakt.
Ich warte nämlich darauf, dass Angela Merkel sich bei mir entschuldigt. Für die Bedingungen, die es Alexander W. möglich gemacht haben, eine Kopftuch tragende Muslimin ganz selbstverständlich zu beschimpfen, und dafür, dass eine Frau aus rassistischen Gründen ermordet werden kann, ohne dass ein Aufschrei durch Presse und Politik geht. Das ist nur möglich in der rassistischen und islamophoben Atmosphäre, die von Politik und Medien in diesem Lande geduldet, ja gefördert wird.
Unter diesen Bedingungen lebe ich ebenfalls – nicht weniger gefährdet als die Ermordete. Ich bin keine weiße Deutsche. Und das reicht. Es gibt Orte und Landstriche, wo meine körperliche Unversehrtheit nicht gewährleistet ist, genauer gesagt, wo der Staat sich nicht die Mühe macht, sie zu schützen. Ich mag zum Beispiel bizarre Berge, ich würde gerne mal in die Sächsische Schweiz, aber das wäre ein idiotisches Unterfangen mit meiner Hautfarbe. Bisher dachte ich, nur der Besuch sächsischer Dörfer könnte gefährlich sein. Aber nein, das gilt offenbar auch für das Landgericht Dresden. Der deutsche Staat kann seine nichtweißen Einwohner nicht einmal im Gerichtssaal vor Nazis schützen? Weiter in der TAZ
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