Meine 11jährige afrodeutsche Tochter kam unmittelbar vor den Sommerferien gehäuft mit rassistischen Beleidigungen (”Negerin”, “Negernutte”, “Bimbofotze” usw.) und Sticheleien nach Hause, die ihr dort widerfahren sind. Dass so etwas in einer “weißen” Gesellschaft leider durchaus gängig ist, darüber müssen wir nicht sprechen. Sie kommt auch ganz gut damit klar, weil Mbahamwe und ich sie und ihre Identität gegen solche “normalen” gesellschaftlichen Hiebe auf Minderheiten frühzeitig gestärkt und imprägniert haben. Doch während sowas in der Vergangenheit vielleicht ein, zwei Mal im Jahr vorkam, artete es vor den Ferien in ein regelrechtes Mobbing gegen meine Tochter und ein weiteres afrodeutsches Kind in der Klasse aus. Die Beleidigungen kamen übrigens nicht nur von “weißen deutschen” Kindern, sondern auch von solchen mit türkischem oder arabischem Hintergrund, was ich so nicht für möglich gehalten hätte und mich deshalb besonders traurig macht! Ich hatte im Stillen immer gehofft, dass meine Tochter gerade bei diesen Menschen einmal Unterstützung und Solidarität im Kampf gegen den Rassismus finden würde.
Ich finde diese Entwicklung in höchstem Maß alarmierend und bedrohlich! Aus diesen Gründen war es mir ein Bedürfnis, das Problem beim letzten Elternabend anzusprechen. Ich fragte die anderen Eltern, ob es
a) einen Grund dafür gäbe, dass rassistische Beschimpfungen in der letzten Zeit häufiger als sonst vorkämen
b) ob ihnen das überhaupt aufgefallen sei und
c) wie sie damit umgehen würden.
Auf diese Fragen reagierten die anwesenden Eltern folgendermaßen:
- mein Kind ist kein Rassist!
- wir sind keine Nazis!
- meine Tochter hat auch Segelohren und eine Brille, also was wollen Sie?!
- IHRE TOCHTER hat gar kein Problem damit, SIE reden ihr ein, dass das Wort “Neger” schlimm sei, sonst käme sie gar nicht darauf!
Am allerschlimmstem war aber ein Vater (Berufsmusiker, Mitglied eines Berliner Sinfonieorchesters), der meine Tochter vor der versammelten Elternschaft völlig ungeniert als “rassenhygienischen Störfall” bezeichnet hat. Keiner der anwesenden Eltern fühlte sich angehalten zu protestieren; man schaute lieber verschämt auf den Boden!
Eine Beschwerde bei der Schulleitung blieb erfolglos, weil dieser Vater ein “sehr engagierter Elternvertreter” sei und es “sicher nicht so gemeint” habe. Auch wolle man “nicht polarisieren” …
DAS sind sie, die deutschen Zustände im gutbürgerlichen Berlin-Steglitz im Jahre 2008!!!
Mit großer Verbitterung!
Anna-Sophie Adébodou
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Anna-Sophie – bist du beim BT2008 dabei?
http://isdbt2008.blogspot.com
Ich wohne auch in Berlin und habe 3 Afro Deutscher Kinder
Möchte Dich gerne kennenlernen…
s
[...] dass Schwarze Menschen Opfer von rassistisch motivierten Gewalttaten und Morden werden, so lange Schwarze Kinder sich täglichen Beleidigungen und Übergriffen gegenüber sehen, ist es nicht nur kein Zeichen von Gleichberechtigung, sondern eine ganz besonders perfide und [...]
[...] wir im gleichen Atemzuge doch einen entspannten, geradezu nonchalanten Blick nach Berlin-Steglitz , wo sich die deutsche Bourgeoisie im Verein mit dem aufgeklaerten, da wohlhabenden Proletariat [...]
öhm.. heiy ich bin auch eine afrodeutsche und bin 16 jahre alt sein
ich muss sagen ich habe damals auch als ich klein war in cottbus gewohnt seit 10jahren oder so wohne ich in ulm ( baden – württemberg ) und ich muss echt sagen das es hier nicht so viel Rassismus gibt wie oben im Osten mh.. wird ihre tochter denn immer noch aufgrund ihrer Hautfarbe gemobbt?