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Düsseldorf: Nationaler Gedenktag der Sinti und Roma. 16.12.07

Die Landeshauptstadt Düsseldorf und der Landesverband Deutscher Sinti und Roma Nordrhein- Westfalen laden herzlich ein zur gemeinsamen Gedenkveranstaltung am Sonntag, den 16.12.2007 um 11.30 Uhr am Mahnmal „Ehra“, Rheinort Düsseldorf (Altstadt) und in der Mahn– und Gedenkstätte, Mühlenstraße 29 (Altstadt). Trauriger Anlass der Gedenkveranstaltung ist der 65. Jahrestag des so genannten „Auschwitz-Erlasses“ vom 16. Dezember 1942 zur Deportation und Vernichtung der Sinti und Roma.

Die Mädchen Ehra und Else stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung in Düsseldorf zum nationalen Gedenktag der Sinti und Roma.

Am 16. Dezember 2007 jährt sich der Tag des „Auschwitz-Erlasses“ Heinrich Himmlers zur Deportation der Sinti und Roma in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau zum 65. Mal.

Die Landeshauptstadt Düsseldorf und der Landesverband Deutscher Sinti und Roma Nordrhein-Westfalen richten aus diesem Anlass ein stilles Gedenken am Sonntag, den 16.12.2007 um 11.30 Uhr am Mahnmal „Ehra”, Rheinort Düsseldorf (Altstadt) aus. Worte des Gedenkens sprechen Bürgermeister Heinz Winterwerber und der 1. Vorsitzende des Landesverbands Deutscher Sinti und Roma, Roman Franz.

Im Anschluss daran, um 12.15 Uhr, gestalten Schülerinnen des Walter-Eucken-Berufskollegs in der Mahn- und Gedenkstätte, Mühlenstraße 29, eine Lesung aus dem in diesem Jahr erschienenen Kinderbuch von Michail Krausnick und Lukas Ruegenberg „Elses Geschichte. Ein Mädchen überlebt Auschwitz“.

Zum Anlass

Am 16.12.1942 befahl SS-Führer Heinrich Himmler die Deportation sämtlicher noch im Reichsgebiet lebenden Sinti und Roma als “„Zigeuner“ bzw. „Zigeunermischlinge“, in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Mit diesem sog. „Auschwitz-Erlass“ leitete er die Endphase des systematischen, rassistischen Völkermords an den Sinti und Roma ein. Auf Grund dieses Erlasses wurden ab März 1943 Tausende Menschen nach Auschwitz-Birkenau in den von Himmler zynisch „Familienlager“ benannten Abschnitt B IIe deportiert. Viele gingen schon nach wenigen Wochen an den schlimmen Lebensbedingungen zu Grunde oder starben unter den Gewalthandlungen der Bewacher.

In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurden die letzten 2.900 Sinti und Roma aus diesem Lagerabschnitt im Gas erstickt. Alleine in Auschwitz kamen über 20.000 Sinti und Roma ums Leben – darunter 10.000 aus Deutschland.

Der Gedenktag

Seit 1994 wird der 16. Dezember in Deutschland als nationaler Gedenktag der Sinti und Roma begangen. Auch die Stadt Düsseldorf hat sich  dieser Tradition angeschlossen und gedenkt besonders der Sinti, die im Internierungslager am Höherweg waren und die von dort aus deportiert wurden oder die in dem Düsseldorfer Lager ums Leben kamen.

Ehra
Ein Nachguss der Bronzeplastik „Kind mit Ball“ von Otto Pankok erinnert seit 1997 am Anfang der Rheinuferpromenade (Rheinort) an die Düsseldorfer Sinti, die in dieser Stadt unter der rassistischen Verfolgung gelitten haben und die dem Völkermord zum Opfer fielen. Das Mädchen, nach dem der Künstler die Plastik geschaffen hatte, war Ehra, ein Düsseldorfer Sinti-Mädchen, das zunächst am Höherweg eingepfercht war und 1940 deportiert wurde. Fünf Jahre musste sie in den Ghettos und Lagern des besetzen Polen dahinvegetieren – und überlebte als eines der wenigen Düsseldorfer Sinti-Kinder, die dieses Schicksal teilten.

Else
1943 wird Else B. ihrer Pflegefamilie entrissen und nach Auschwitz verschleppt. Sie entgeht der großen Mordaktion (der so genannten „Liquidierung des Zigeunerlagers“ Anfang August 1944) und wird nach Ravensbrück verbracht, wo sie zum zweiten Mal die Hölle durchleben muss. Ihr Pflegevater unternimmt alles ihm Mögliche, um sie aus den Fängen der Nazis zu holen.

Die Geschichte von Else B. erzählt unverstellt und behutsam der bekannte Kinderbuchautor, CIVIS-Preisträger und Träger des Deutschen Jugendliteraturpreises Michail Krausnik in seinem neuen Buch „Elses Geschichte. Ein Mädchen überlebt Auschwitz“. Auch der Buchillustrator, der Benediktinier-Bruder und Maler aus Maria Laach, Lukas Ruegenberg, ist in Düsseldorf kein Unbekannter: Er hatte das Buch „Jakob der Lügner“ illustriert.

Einfühlsam und engagiert werden Schülerinnen der 13. Stufe des Walter-Eucken-Berufskollegs Ausschnitte aus der Biografie von Else B. in der Mahn- und Gedenkstätte vorstellen.

Programm am Sonntag, den 16.12.2007

11.30 Uhr – Teil 1

Kranzniederlegung und stilles Gedenken an der Bronzeskulptur „Ehra“
Rheinort/Altstadt Düsseldorf (siehe Karte)

Worte des Gedenkens von Roman Franz
1. Vorsitzender des Landesverbands Deutscher Sinti und Roma NRW

Ansprache d. Bürgermeisters Heinz Winterwerber
Bürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf

12.15 Uhr Teil 2

Lesung in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf Mühlenstr. 29/Altstadt Düsseldorf (siehe Karte )

Begrüßung Angela Genger
Leiterin d. Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Lesung: Schülerinnen und Schüler des Walter-Eucken-Berufskollegs lesen aus dem Kinderbuch Elses Geschichte. Ein Mädchen überlebt Auschwitz“ von Michail Krausnick und Lukas Ruegenberg
Quelle: Homepage der Sinti und Roma NRW unter http://www.sintiundroma-nrw.de/ehra.htm

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16.5.2009