In kooperation mit der Ghana Union Köln zeigt FilmInitiativ Köln vom 15.11.-18.11 die Filmreihe “Afrikanische Perspektiven“: 50 Jahre Unabhängigkeit - das Beispiel Ghana - Filme und Debatten. Gäste: u.a. der ghanaische Regisseur King Ampaw, die Autorin Andrea Reischies, Fidèle Kientega aus Burkina Faso, ehemaliger außenpolitischer Berater und Erziehungsminister in der Regierung von Thomas Sankara und Vertreter der Ghana Union Köln. Das Filmprogramm umfasst: Heritage Africa (Ghana 1989) von Kwaw Ansah, Testament (Ghana/ GB 198
von John Akomfrah, Kukurantumi – Road to Accra (Ghana/ D 1983) , Juju – Nana Akoto (Ghana/D) und No Time to Die (Ghana/ D 2006) von King Ampaw, Thomas Sankara, L’homme intègre (F 2006) von Robin Shuffield und die Dokumentation Unabhängig! Ghana - Von der Kolonie zum Nationalstaat (D 1997) v. Andrea Reischies.
Programm
Donnerstag, 15.11. 19.00h # Doppelprogramm:
1. Unabhängig! Ghana - Von der Kolonie zum Nationalstaat
Deutschland 1997, 30 Min, dt. Fassung, Digi-Beta, Regie: Andrea Reischies
Der Dokumentarfilm skizziert die Geschichte des Landes bis ins Jahr 1997. Er zeigt, wie es Kwame Nkrumah und anderen Freiheitskämpfern gelang, 1957 die britische Kolonialherrschaft abzuschütteln. Mit Zeitzeugen-Interviews und historischem Archivmaterial schildert der Film die politische Entwicklung Ghanas.
Im Anschluss: Filmgespräch mit der Autorin Andrea Reischies und Vertretern der Ghana-Union Köln
2. Heritage Africa
Ghana 1989, 110 Min, engl. OF, DVD, Regie: Kwaw Ansah
Eine afrikanische Version des „Untertan“. Als perfektes Produkt der Kolonialausbildung steigt der Protagonist des Films in der britischen Kolonialverwaltung zum Bezirksbeauftragten auf, muss seine afrikanische Tradition jedoch verleugnen. Selbstzweifel sind die Folge, die durch das Zusammentreffen mit einem inhaftierten Freiheitskämpfer (der an Kwame Nkrumahs erinnert) noch bestärkt werden.
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Freitag, 16.11. 19.00h und 21.00 h
1. Testament
Ghana/ Großbritannien 1988, 76 Min, engl. OF, 35 mm, Regie: John Akomfrah,
Das Doku-Drama zeigt die Lebensgeschichten früherer Anhänger Nkrumahs, denen die Repressionen des Militärregimes nach dem Putsch von 1966 nur die Wahl ließ, zu schweigen oder in Gefangenschaft zu leben. Viele entschieden sich deshalb, das Land zu verlassen, so wie Abena, die Protagonistin des Films. Ihre Rückkehr nach Ghana 1988 wird zu einer schmerzlichen Reise in die Vergangenheit. Dieser experimentelle Film wirkt insbesondere durch die teilweise verfremdeten Bilder und die sich wie in einem Ritual wiederholende Musik.
2. Kukurantumi – Road to Accra 21.00h
Ghana/ Deutschland 1983, 90 Min, engl. OF mit dt. UT, 35 mm, Regie: King Ampaw
In langen Einstellungen und ruhigem Erzählrhythmus reflektiert der Film die Folgen der Landflucht in Ghana, wo zahllose Menschen der „Road to Accra“ folgen, um Armut und Perspektivlosigkeit in den Dörfern zu entfliehen. Dabei gehen der Zusammenhalt der Familien und die traditionelle Kultur verloren. Auch die gesellschaftlichen Strukturen Ghanas verändern sich dramatisch, wie der Film nicht mit pädagogischem Zeigefinger, sondern mit augenzwinkerndem Humor zeigt.
Regisseur King Ampaw ist selbst 1940 in Kukurantumi geboren und sein Debutfilm über sein Heimatdorf wurde 1985 beim panafrikanischen Filmfestival FESPACO in Burkina Faso mit dem Kritikerpreis ausgezeichnet.In Anwesenheit des Regisseurs
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Video Independent filmmaking in Africa mit John Akomfrah
Samstag, 17.11. 19.00h und 21.00
1. Juju – Nana Akoto
Ghana/ Deutschland 1984, 94 Min, engl. OF mit dt. UT, 16 mm, Regie: King Ampaw
Nana Akoto, der langjährige Dorfchef, will sich durch den Bau eines neuen Palastes ein Denkmal setzen. Ausgerechnet sein Neffe und Nachfolger Kwame bringt aus der Hauptstadt ganz andere Ideen in das Dorf Oyoko zurück. Eine Dorfkomödie über den Konflikt zwischen Tradition und Moderne, die ungewöhnliche Einblicke in das Alltagsleben in Ghana vermittelt.
In Anwesenheit des Regisseurs
2. No Time to Die 21.00h
Ghana/ Deutschland 2006, 90 Min, engl. OF mit dt. UT, BETA SP, Regie: King Ampaw,
King Ampaws neuester Film erzählt die tragikomische Geschichte des Leichenwagenfahrers Asante, der wegen seines Berufes keine Frau findet, die mit ihm leben mag. Als er Esi trifft, die gerade ihre Mutter beerdigen muss, verliebt sich Asante Hals über Kopf und versucht, mit viel Einfallsreichtum, Esis Zuneigung zu gewinnen. Um sie zu heiraten, benötigt er jedoch die Einwilligung ihres Vaters Owusu. Asante sucht Rat bei einem Fetischpriester, der ihm einen Weg aufzeigt, wie er Owusu überlisten und dazu bewegen könne, der Heirat zuzustimmen. Doch dann läuft alles anders…
In Anwesenheit des Regisseurs
Sonntag, 18.11. 19.00h
1. Thomas Sankara, L’homme intègre - 19.00h
Frankreich 2006, 53 Min, dt. Fassung, DVD, Regie: Robin Shuffield
Thomas Sankara war Hauptmann der Armee und gerade 34 Jahre als er am 4. August 1983 die Macht in seinem Land Obervolta übernahm, dem er wenig später seinen jetzigen Namen gab: Burkina Faso, „Land der aufrechten Menschen“. Sankaras politisches Credo lautete: „Ein Volk, das Hunger und Durst leidet, ist ein abhängiges Volk.“ Deshalb gab er die Parole aus „Zwei Mahlzeiten und zwei Liter Wasser täglich für jeden“ und suchte die Abhängigkeit von ausländischen Geldern und Waren zu überwinden. Durch seine revolutionäre Politik sahen die westlichen Industrienationen ihre Interessen gefährdet. Deshalb wurde er am 15. Oktober 1987 erschossen. Zu seinen Mördern gehörte sein ehemals bester Freund Blaise Campaore, der noch heute als Präsident das Land selbstherrlich regiert.
Mit historischen Archivbildern, Interviews mit seinen Eltern und Freunden, Mitstreitern und politischen Zeitzeugen wie dem Präsidenten Ghanas, Jerry J. Rawlings, zeichnet der Film das Portrait eines afrikanischen Politikers, der sich den Beinamen „Che Afrikas“ erwarb und noch heute vielen als Vorkämpfer für ein anderes, selbstbestimmtes Gesellschaftsmodell gilt. In Anwesenheit von Fidèle Kientega aus Burkina Faso. Er war außenpolitischer Berater und Erziehungsminister in der Regierung von Thomas Sankara
Mehr Info
Das vollständige Programm und HintergrundInfos können unter folgenden Link heruntergeladen werden:
http://www.filminitiativ.de/documents/GhanaProgramm2007.pdf
Eintritt:
6,00 €/ 5,00 € erm./ Dauerkarte: 20,00 €
Wo?
Filmforum im Museum Ludwig (am Hbf)





